Wir alle haben Ziele, Vorstellungen und Wünsche. Und nicht immer fühlen sie sich stressfrei an.
Wie komme ich da hin, wo ich hin will? Kann ich tatsächlich etwas erreichen UND
alles mit Freude und in meinem Tempo erledigen?

Ich höre von Freunden, Bekannten und Klienten immer wieder, dass sie erstaunt sind,
wie viel ich so schaffe, was ich alles in die Welt bringe. Um auch nur einen Bruchteil all meiner Ideen umzusetzen, hilft es mir, klar zu sein. Darüber, was mir wichtig ist, und worauf ich mich ausrichten will. Hinweise darüber, WAS ich eigentlich will, finden sich an jeder Ecke. Vor ein paar Wochen schleppte meine Tochter Musik von einer Sängerin an, die ich noch nicht kannte, und der ich sofort verfiel (Lina Maly). In ihrem Song „Alles muss raus“ sang sie im Refrain:

Alles muss raus hier,

ich will wieder frei sein.

Gezielt und genau jetzt

fällt die Entscheidung.

Der Vorhang muss runter,

eine völlig neue Welt geht auf.

Der Wind wird mein Kleid sein

und alles muss raus.

Die Inbrunst, mit der ich: „Alles muss raus“ und „Ich will wieder frei sein“ mitsang, ließ mich beim gefühlt einhundertsten Mitsingen aufhorchen. „Nanu“, dachte ich, „ich will frei sein? Warum bewegt mich das so?  Bin ich denn nicht frei?“ Freiheit ist ein Wert, der mir wichtig ist. Aber welche Art Freiheit meine ich genau?

Ich fragte meine fb Community und las dort, was für andere Freiheit ist:

  • nichts wollen, nichts brauchen
  • alles sein dürfen
  • selbstbestimmt leben können
  • die eigenen Talente leben können
  • sich treiben lassen
  • nichts mehr zu haben, dessen Verlust mich bewegen würde
  • keine Furcht zu haben vor Schmerz, Tod und Vergänglichkeit
  • wertfrei wahrnehmen

und noch einiges mehr. Was ist Freiheit für dich? Kannst du das genau sagen? (Ich freue mich auf deinen Kommentar unten im Kommentarfeld ) Je genauer du das weißt, um so eher kannst du es dir ermöglichen.

Ich bin eine Weile mit dieser Frage schwanger gegangen und hier ist meine (vorläufige) Antwort:

1) Eng wird es für mich, wenn alles so laufen muss, wie ich es will. Dann habe ich ein (ausgedachtes) Konzept und versuche, das Leben dort hineinzupressen. Menschen und Umstände müssen dort reinpassen, oder sie fallen durch mein Wahrnehmungsraster hindurch. 

Doch gerade das Unbekannte, Unerklärbare, Mystische bewegt mich, öffnet mir Räume und gibt mir das Gefühl, Teil einer großen Sache zu sein. Und das ist ein herrliches Gefühl.

Ausweg in die Freiheit: 

ausweg-in-die-freiheitIch richte mich auf etwas aus, das ich erreichen will. und bleibe im Weg dorthin flexibel. Ich bin bereit, auch Wege und Einflüsse wahrzunehmen, die auf andere Art an mein Ziel führen, die eventuell freier sind, schneller gehen oder unterwegs mehr Genuss bringen.

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2) Versuche ich, etwas festzuhalten, wird sich das auf irgendeine Weise auch in mir selbst fest anfühlen. 

Ausweg in die Freiheit:

Ich kann das Leben fließen lassen. Nicht alles kontrollieren wollen. Die Wahrheit ist: Es ist sowieso alles in Bewegung, auch wenn ich es nicht will oder nicht bemerke oder wenn ich es gar zu verhindern versuche. Nichts, aber auch gar nichts, lässt sich festhalten.

Das Leben währt nur solange es währt, keine Freundschaft bleibt so, wie sie ist, der Partner wird sich über kurz oder lang neu orientieren, wenn er sich in seiner Partnerschaft nicht mehr wohlfühlt. Kein Job ist sicher, mancherorts ist es noch nicht einmal die Erde, auf der unsere Häuser stehen.

Hier passt ein Zitat von Osho, dass ich mir immer wieder auf der Zunge zergehen lasse:

„Mut ist die Bereitschaft, der fundamentalen Unsicherheit des Lebens zu begegnen und sie als das grundlegende Mysterium unserer Existenz zu achten.“

Der Clou für mich ist, diese fundamentale Unsicherheit nicht nur zu akzeptieren oder hinzunehmen! NEIN! Sie wirklich zu achten!

Ich kann das Leben fließen lassen oder mich dagegenstellen. Diese Wahl habe ich. Den Fluss des Lebens anhalten, kann ich sowieso nicht. Damit verschwende ich nur meine Kraft.

Bin ich bereit, alles wieder zu verlieren? Denn das könnte geschehen. Bin ich nicht bereit, zum Beispiel einen geliebten Menschen gehen zu lassen, wirkt sich das auf meine Art und Weise aus, wie ich mit ihm/ihr bin. Auf mehr oder weniger subtile Weise werde ich versuchen, den anderen zum Bleiben zu bewegen, werde meine Worte und Taten dementsprechend wählen. Hast du jetzt beim Lesen eine bestimmte Person vor Augen, bei der es dir schwerfällt, sie freizulassen?

Wenn du magst, versuche mal ein kleines Experiment: Sieh diese Person, so genau es geht, vor deinem inneren Auge. Schau ihr eine Weile ins Gesicht und stell dir vor, wie es wäre, wenn du bereit sein könntest, sie zu verlieren. Auf welche Weise auch immer. Wie wäre es, wenn du dazu bereit wärest? Wenn du keinerlei Tendenz spürst, diese Person festzuhalten? Lass dir ein bisschen Zeit dafür. Wie fühlt sich das an? Lass dir auch für das Spüren etwas Zeit. Und dann dehne diese Fähigkeit auf alle Menschen aus, mit denen du zu tun hast. Wie fühlt sich das an? Du SOLLST sie nicht verlieren, sondern nur mal schauen, wie es wäre, wenn du offen dafür wärest.

Wie wäre es, wenn du sogar bereit wärest, dich selbst zu verlieren? Dich in einem Strudel deines Lebens mal nicht zu spüren, verloren zu gehen? Denn es könnte ja passieren, oder? Meine ehrliche Antwort ist: Ja, das kann passieren. Wie wäre mein Dasein, hier auf der Erde, wenn ich bereit wäre, alles zu verlieren, meinen Körper, meine Gesundheit, mein Geld, meine Identität, meine Idee davon, wer ICH bin? Wenn sich das alles ändern dürfte? Könnte sein, dass mir erst einmal etwas schwindelig wird, aber dahinter wartet eine große Freiheit. Ich kann meine Arme für das Leben weit öffnen und es hereinlassen. Mit all seinen Unwägbarkeiten, seinen Überraschungen.

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3) Freiheit von dem Gedanken, dass ich in meinem Leben irgendetwas muss

Wenn ich glaube, dass ich in meinem Leben irgendetwas muss, fühle ich mich nicht frei. Nicht selbstbestimmt. Im Selbstliebeseminar machen wir eine Liste von dem, was wir zu müssen glauben. Diese Gedanken beschweren das Leben ungemein. Hier ein kleiner Auszug:

  • Ich muss ein freundlicher Mensch sein
  • Ich muss mich entwickeln
  • Ich muss für meine Rente vorsorgen
  • Ich muss mich benehmen
  • Ich muss erfolgreich sein
  • Ich muss mich bemühen
  • Ich muss Sport treiben
  • Ich muss mich um meine Gesundheit kümmern
  • Ich muss abnehmen
  • Und auch, wenn diese Gedanken gut gemeint sind, sind sie doch als ein MUSS eine Bürde.

Welches sind deine „Ich muss“-Gedanken? Und wie schwer fühlt es sich an, das zu glauben?

Ausweg in die Freiheit:

Wer wärest du ohne den Gedanken, dass du das musst? (Lass dir ein bisschen Zeit für deine Antwort)

Und kannst du Beispiele dafür finden, dass du diese Sache auch willst? Oder einen Teil dieser Sache? Wenn ja, wie viel kraftvoller ist es, zu sehen, dass du es selber möchtest? Oder, dass du es kannst? Oder darfst? Mit „Ich muss“-Gedanken fühlst du dich fremdbestimmt. Gibt es ein ehrliches „Ich will“, bist du wieder selbstbestimmt.

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4) Manchmal kommt es vor, dass ich etwas fühle, und dieses Gefühl nicht gleich willkommen heißen kann. Das kommt besonders häufig bei Gefühlen vor, die wir gemeinhin als „negative Gefühle“ bezeichnen. Angst, Ärger, Wut, Enttäuschung, Frust, Trauer, Panik, Verlorensein, Genervtsein etc. Klebe ich auf diese Gefühle das Etikett UNERWÜNSCHT, dann beginnt ein Kampf. Ich bin im Widerstand mit dem, was ich fühle. Mit einer Emotion, die schon längst da ist, wenn mein Verstand sagen kann: Nein, das will ich aber nicht fühlen. 

Ausweg in die Freiheit:  

Ich fühle, was ich fühle. Mein Körper ist ein intelligentes System. Wie wäre es, ihm zu vertrauen und seinen Signalen zu lauschen? Wenn ich nicht mehr glauben würde, meine Gefühle verstecken zu müssen? In meinem Trailer zum neuen Buch sagt eine Freundin von mir: Selbstliebe ist für sie, wenn sie nicht mehr versucht, sich ihre Gefühle auszureden. Das ERLAUBEN von allem, was sowieso da ist, ist ein kraftvoller Weg in die Freiheit. Das heißt nicht, dass ich meine Gefühle immer in voller Wucht auf die Menschheit loslasse. Wenn ich wütend bin, alles kaputt schlagen muss. Aber ich kann mich einen Moment hinsetzen und mir erlauben, zu fühlen, was es zu fühlen gibt. Auch zu sagen: „Ich bin gerade wütend“, ist immer möglich und lässt anwesende Personen an meinem Erleben teilhaben, ohne dass sie Schaden nehmen. Wie wäre dein Leben, wenn du dem, was du fühlst, treu sein könntest?

Stephan Zeitz von SYNAPSIO drückt es so aus:

Unsicherheit ist der Nährboden für Wachstum – und genau deshalb ist Freiheit so etwas Wichtiges. Freiheit gibt mir immer die Möglichkeit zu wachsen, neue Pfade zu gehen. Freiheit ist außerhalb meiner Komfortzone. Durch diese Freiheit wächst meine Persönlichkeit. Sicherheit ist so viel gefährlicher als Freiheit, denn sie ist ein Käfig, in dem wir Menschen fett und satt werden, einschlafen und den Blick auf die Schönheit des Lebens letztlich verlieren. Ja, Freiheit birgt Gefahren, und Freiheit lässt mich lebendig sein und intensiv fühlen. Das ist es, was ich leben nenne.

Hast du noch andere Auswege in die Freiheit? Dann freue ich mich, wenn du sie mit mir teilst. Schreib sie doch gern ins Kommentarfeld hier unter dem Artikel!

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Über Ina Rudolph

Zwanzig Jahre hat sie als Schauspielerin gearbeitet, dann lernte sie THE WORK kennen und lieben. Sie schreibt Bücher darüber, gibt Seminare, und hilft Menschen in Einzelsitzungen, bessere Perspektiven zu sehen als Kummer und Schmerz. Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben Sie doch eine Nachricht über das Kontaktformular.

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