Etwas fehlt?

„Wer sucht, der findet.“
Oder?

Wonach suchst Du?

Nach einem Partner? Neuen Freunden? Einem neuen beruflichen Feld,
nach mehr Sicherheit, mehr Geld, oder nach Dir selbst?
Wie fühlt es sich an, zu glauben, dass Dir etwas fehlt?
Wie fühlt es sich an, auf der Suche zu sein?
Selten kommt mir zu Ohren, dass so eine Suche sich frei und fröhlich gestaltet.
Eher höre ich, dass dieser Weg ein steiniger sei und mit vielen Enttäuschungen gepflastert.
Dennoch begegne ich oft dem Glaubenssatz, dass etwas fehlt. Und auch dem, dass es ohne Suche nicht geht.

Ist das wirklich wahr?

Eine Freundin berichtete mir vor ein paar Tagen, sie wäre am Wochenende
auf einer Party eingeladen gewesen. Sie befindet sich gerade auf Partnersuche.
Sie hat das klare Gefühl, dass ihr ohne Partner in ihrem Leben etwas fehlt.
Wie in einem Hollywood Blockbuster hat sie sich ab Samstag vormittag passende Kleidungsstücke herausgelegt,
sich im Spiegel betrachtet, für nicht attraktiv genug befunden, an sich selbst gezweifelt…
Nachdem sie mehrfach von Kleidern auf Hosen umgestiegen ist; von einem sexy Stil zu legeren Klamotten,
hat sie irgendwann aufgegeben. Als sie die Partyräume betrat, fühlte sie sich nicht wirklich rund mit sich selbst,
ruhte nicht in sich und hatte diesen suchenden Blick. Wieder das Gefühl, dass etwas fehlt.
Sie strahlte aus, dass sie auf der Suche ist. Dass sie jemand anderen braucht, der ihr Leben rund macht.
Ja, sie fand das anstrengend. Irgendwie aber auch normal.
Denn so kennt sie es, so ist sie es ihr Leben lang gewohnt gewesen.

Wenn etwas fehlt, begebe ich mich auf die Suche

Wenn ich suche, gehe ich davon aus, dass mir etwas fehlt, um glücklich zu sein.
Ich brauche ständig etwas, um vollständig zu sein.

Was könntest Du hier einsetzen?
Ich wäre glücklicher, wenn…

Beispiele: Ich wäre glücklicher, wenn

– meine Mutter mich als Kind geliebt hätte
– ich zehn Kilos weniger wiegen würde
– ich erfolgreicher wäre
– ich in der Welt wirklich etwas bewegen könnte
– ich meinen Seelenpartner gefunden hätte
– Frieden herrschen würde
– mein Einkommen höher wäre
– ich mehr Zeit für mich hätte

Und kannst Du bemerken, wie genau dieser Glauben, dass Dir zum
Glücklich-sein noch etwas fehlt, einen Schmerz verursacht?
(Vielleicht glaubst Du auch, dass es eine ganze Menge ist, was Dir da noch fehlt?)
Wie der Gedanke Dich antreibt und Dir sagt, was Du (bevor Du glücklich sein kannst)
erst noch alles machen und erreichen musst?

Auch kann diese Suche Dir vorgaukeln, dass es ein perfektes Leben gibt,
wenn Du nur genug suchst, Dich genug anstrengst, Dir Mühe gibst.
Wenn ich erst….dann… So bist Du Dein ganzes Leben zwischen Hoffnung
und Enttäuschung unterwegs und kommst nie an.

Wie kann ich finden ohne zu suchen?

Nimm Dir einen Moment Zeit und stell Dir vor, alles, was Du suchst, gibt es schon.
Es ist in dieser Welt schon vorhanden. Du müsstest Dich quasi nur dafür öffnen.
Es bemerken. Es wahrnehmen, in all seinen Schattierungen.
Wie wäre es, wenn es gar nichts weiter zu tun gäbe?
Wenn Du nicht erst noch dies, das und jenes müsstest?

Heute kommt der Newsletter mal mit einem Song. Er ist von Wolfgang Schaible und passt so gut, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten möchte. Ich liebe seinen Mut, nicht nach Perfektion zu streben, sondern seinem Herz zu folgen.

SONG: ICH SUCHE NICHT MEHR

Ich habe ihn gefragt, wie das Leben ohne Suche jetzt so sei. Er sagte: „Leichter kommt mir als erstes in den Sinn. Auch überraschender scheint es geworden zu sein: Es kommt mir zumindest so vor, als ob es nun mehr überraschende Begebenheiten oder Begegnungen in meinem Leben gibt als zuvor. Ohne bewusst etwas dafür getan oder gar darauf hingearbeitet zu haben. Es sieht so aus, als ob das „Genau-in-diesem-Moment-Sein“ solch überraschende Ereignisse begünstigt… Das bedeutet nicht, dass ich keine Ziele mehr habe oder keine Pläne entwerfe, ganz und gar nicht! Aber auch diese kann ich auf einmal viel offener und unbeschwerter angehen, „erlaube“ dem Leben mehr Varianten, mehr „Umwege“, bin offener für Ideen und Impulse jeglicher Art, stelle ich erfreut und etwas verdutzt fest. Dieses „so und so“ MUSS es genau werden fällt komplett weg! Interessant … Sich auf das einlassen, was gerade ist … ist wunderbar … Sich komplett hinzugeben, einem Ding, einem Menschen, einer Blume, einem Film, einem Duft, einem Geruch, einer Berührung, einer Musik (die Liste könnte endlos sein). Dabei ist völlig egal, WAS es ist … es gibt derzeit nichts Schöneres für mich … und so ganz nebenbei, so scheint es, komme ich meiner Essenz (oder wie auch immer das genannt sein mag) dabei immer näher ….

Wenn ich krank bin, kann ich meine Aufmerksamkeit auf das legen,
was gesund ist, was funktioniert, was sich gut anfühlt.
Lege ich meinen Fokus darauf, ist es auch da.
Mein Körper kann sich entspannen, loslassen und die Teile, die evtl. krank sind,
bekommen mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt, um zu genesen.

Bin ich auf der Suche nach mehr Geld, werde ich wahrscheinlich schmerzlich wahrnehmen,
was ich mir alles nicht leisten kann, was alles gerade nicht geht.
Richte ich mich darauf aus, mehr Geld zu bekommen (zu finden) sehe ich eher die Möglichkeiten.
Die Möglichkeiten zu sehen, macht viel mehr Spaß,
bringt mich auf Ideen, verbindet mich mit den richtigen Menschen,
und befördert mich von einem Suchenden zu einem Gebenden.
Vom Bettler zum Gestalter.

Etwas fehlt – ist das wirklich wahr?

Und auch hier – aus einem entspannteren Zustand heraus, kann ich ersteinmal wahrnehmen,
in welch einem Wahnsinnsluxus ich schon lebe. Auch ohne viel Geld.
Wir hier, in Mitteleuropa, mit sozialen Leistungen, Versicherungen, gemäßigtem Klima
(keine Erdbeben, keine katastrophalen Überschwemmungen) und niedriger Kriminalitätsrate –
haben Lebensbedingungen, die alleine schon genügen könnten, um uns alle glücklich zu machen.
(Wenn es denn die Umstände wären, die Menschen glücklich machen).

Magst Du das mal mit in Deine nächste Woche nehmen?
Richte Dich auf das aus, was Du finden möchtest, und bemerke alle Details.
Du brauchst gar nicht viel tun.
Nimm einfach nur alle Feinheiten wahr, die schon da sind, alle Zeichen, alle Wege, alle Möglichkeiten.

Finden statt suchen. Das geht.
Und schreib mir gern wieder, was Du damit erlebst, oder bereits erlebt hast.

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Über Ina Rudolph

Zwanzig Jahre hat sie als Schauspielerin gearbeitet, dann lernte sie THE WORK kennen und lieben. Sie schreibt Bücher darüber, gibt Seminare, und hilft Menschen in Einzelsitzungen, bessere Perspektiven zu sehen als Kummer und Schmerz. Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben Sie doch eine Nachricht über das Kontaktformular.

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