Manchmal ist es subtil. Jemand hat Dich nicht (an)gesehen, nicht gegrüßt,
oder einfach nicht an Dich gedacht. Und manchmal scheint es offensichtlich:
Jemand schreit Dich an, kündigt Dir die Freundschaft oder gar die Liebe
oder hat Worte für Dich, die Dich mitten ins Mark treffen.
Vielleicht hält Dir derjenige auch noch vor, dass Du mit Zurückweisung umgehen können solltest.

Das tut weh. Besonders, wenn Du Dich dadurch wirklich zurückgewiesen fühlst.

Du wirst Du vielleicht fragen:
Wie??? Sollte man das etwa nicht als Zurückweisung interpretieren???

Ist es denn möglich, solche Handlungen in einem freundlichen Licht zu sehen?

Hast Du eine Situation vor Augen, in der Du Dich von einer anderen Person
zurückgewiesen gefühlt hast? Gut.

Könnte es nicht sein, dass diese Handlungen der anderen Person gar nichts mit Dir zu tun haben?
Oder viel weniger, als Du denkst? Wie kannst Du den anderen sehen, wenn es nichts mit Dir zu tun hat?
Wenn Du nicht gemeint bist? Wenn Du „nur“ der Blitzableiter bist?

Wie wäre es, wenn Du das, was die anderen tun, denken, hoffen und verlangen, nicht persönlich nimmst?
Wenn sie wütend sind, ist es ihre Wut. Es sind ihre Wünsche, ihre Forderungen
und auch ihre Vorstellungen kommen aus ihnen selbst.
Wenn sie ärgerlich sind, ist es ihr Ärger. Sie wollen etwas, das sie gerade nicht bekommen können.
Deshalb sind sie ärgerlich und wütend. Wie andere Menschen agieren oder reagieren, ist deren Angelegenheit.

Wie Du selbst auf die „Ablehnung“ des anderen reagierst, ist Deine Angelegenheit.
Diese Verantwortung liegt zu einem großen Teil bei Dir. Du musst Dich nicht ärgern,
nur weil der andere sich ärgert. Du musst nicht wütend sein, nur weil Dein Gegenüber es ist.

Du brauchst Dich nicht verteidigen, wenn DU gar nicht angegriffen wirst.

Wie  Du  mit  Zurückweisung  umgehen  kannst

Wir sind es gewöhnt, Dinge, die geschehen, zu uns in Beziehung zu setzen.
Jemand hat MICH angeschrieen, jemand hat MICH verletzt, MICH nicht beachtet,
MICH zurückgewiesen. Mit Blicken, Worten, Taten.

Solange ich noch davon ausgehe, dass irgendjemand etwas für mich tun muss,
kann ich immer enttäuscht oder verletzt werden. Andere sollen freundlich über mich denken,
sie sollen nette Worte an mich richten, mich achten und wertschätzen.

Wie wäre es, alle (ALLE!) nicht als Erfüllungsgehilfen meiner Wünsche zu sehen?
Sondern als eigenständige Wesen, die alles, was sie tun, aus einer Idee tun, die ihnen innewohnt?
Die auf eine Weise handeln, von der sie glauben, dass es das Beste für sie selber ist.
Und natürlich irren sich diese Menschen auch mal. Genau wie ich.
Natürlich sind die anderen Menschen nicht immer aufmerksam. Genau wie ich.
Sie tun nicht immer „das Richtige“. Genau wie ich.

Wie  Du  mit  Zurückweisung  umgehen  kannst:

Nimm’s nicht persönlich!

Ha, wirst Du sagen, leicht gesagt! Aber wie geht das?

Das Gegenteil, oder die Umkehrung der Annahme, dass Menschen mich zurückweisen, wäre:

Die Menschen weisen mich nicht zurück.

Finde doch mal in der Situation, die Du Dir vorhin vorgestellt hast, ein Beispiel,
warum der Ärger, die Wut oder die „Ablehnung“ des anderen nicht persönlich war.
Wieso war das Gefühl des Anderen vollkommen seine Angelegenheit?
Wieso lag es in ihm/ihr begründet und nicht in Dir?

Wenn Du das üben möchtest, kannst jeden Tag drei Beispiele dafür finden, dass diese Umkehrung stimmt.

Zum Beispiel der Busfahrer heute morgen. Ich hatte kein Kleingeld.
Er sah mich nicht an, machte auch nicht den kleinste Andeutung, mir was zu wechseln zu wollen.
Er verkaufte mir einfach keine Fahrkarte. War er ärgerlich auf MICH?

Ich fragte: „Sind Sie ärgerlich?“
Erst warf er seinen Kopf in verschiedene Richtungen, schnaubte und fauchte.
Dann kam er heraus mit: „Jo, Mensch, echt, nee ej, wirklich!
Das nervt hier alles mal wieder ganz schön…seit heute morgen geht das schon…“
Er zeigte auf einen Apparat vor sich. „Ärgerlich ist gar kein Ausdruck…
nu setzen se sich ma hin, sonst fallnse noch um …“
(es handelt sich um einen Berliner Busfahrer)

Ich hatte kein Kleingeld. Aber war er MEINETWEGEN ärgerlich?
Er war ärgerlich, das stimmt. Und ich war mal kurz sein Blitzableiter.

Wenn ich nicht glaube, dass Menschen meinetwegen schlechte Laune haben, genervt sind, zu spät kommen
oder ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, dann bin ich mit ihren Verhaltensweisen viel weniger belastet.
Dann kann ich mit Zurückweisung umgehen. Eigentlich ist es dann gar keine Zurückweisung.

Für mich ist viel wahrer, dass jeder wegen sich selbst und wegen dem, was er glaubt, schlechte Laune hat,
genervt ist, zu spät kommt oder sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.

Oder? Was meinst Du? (schreib mir gern Deine Gedanken dazu ins Kommentarfeld)

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meines Taschenbuches teilnehmen möchtest. Die Verlosung findet am 12. Januar statt.

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Über Ina Rudolph

Zwanzig Jahre hat sie als Schauspielerin gearbeitet, dann lernte sie THE WORK kennen und lieben. Sie schreibt Bücher darüber, gibt Seminare, und hilft Menschen in Einzelsitzungen, bessere Perspektiven zu sehen als Kummer und Schmerz. Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben Sie doch eine Nachricht über das Kontaktformular.

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