Nein sagen ohne Schuldgefühle

Nein sagen ohne Schuldgefühle – geht das?

Es gibt ein einziges Wort, das mehr Freiheit schenkt als jedes andere und das heisst: Nein. Und doch ist es eines der Worte, die uns am Schwersten fallen. Viele Menschen haben gelernt:

  • „Nein sagen ist egoistisch.“

  • „Ich enttäusche andere – und das darf ich nicht.“

  • „Ich bin nur liebenswert, wenn ich gebe.“

Zum Glück sind das Glaubenssätze, die wir überprüfen können. 😉

Sagst du oft Ja, obwohl dein ganzer Körper Nein meint? Stimmst du zu, weil du niemanden verletzen willst? Schweigst du, weil du nicht anecken willst? Und verletzt du damit nicht vor allem dich selbst?

Warum Nein sagen ohne Schuldgefühle so unmöglich erscheint

Viele Menschen glauben, dass Nein sagen ohne Schuldgefühle unmöglich ist. Sie denken, Schuldgefühle gehören automatisch dazu – als Preis dafür, dass man für sich einsteht. Doch Schuld ist kein natürlicher Begleiter von Grenzen. Schuld entsteht dort, wo wir gelernt haben, dass wir nur dann in Ordnung sind, wenn wir verfügbar, hilfsbereit und angenehm sind.

Wenn ich nicht gelernt habe, für mich selbst zu sorgen, werde ich davon abhängig, dass andere es für mich tun. Und wenn ich von anderen abhängig bin, sollte ich sie besser nicht verprellen. Ich würde sonst an dem Ast sägen, auf dem ich sitze. Nein sagen ohne Schuldgefühle bedeutet deshalb nicht, rücksichtslos zu werden. Es bedeutet, die Verantwortung für das eigene Wohl nicht länger an andere abzugeben.

In der Zeit, in der ich gelernt habe, für mich zu sorgen und zu anderen Nein zu sagen, wenn ich das auch so fühle, konnte ich deutlich spüren, was für eine Last ich anderen aufbürde, wenn ich von ihnen erwarte, dass sie für mein Wohlbefinden sorgen sollen. Und das nur, weil ich es nicht kann. Das wollte ich nicht mehr. Ich wollte unbedingt lernen, selber für meine Grundbedürfnisse zu sorgen und andere frei zu lassen. Dann können sie mir etwas geben, wenn es für sie der richtige Zeitpunkt ist, wenn es ihnen frei aus ihrem Herzen kommt. Und das ist immer sooo schön! 🙂

Warum wir Schuldgefühle haben, wenn wir Nein sagen – und warum Nein sagen ohne Schuldgefühle möglich ist

Schuldgefühle entstehen nicht, weil wir etwas Falsches tun. Sie entstehen, weil wir innerlich noch an alten Regeln festhalten:

  • „Ich darf keine Umstände machen.“

  • „Ich muss funktionieren.“

  • „Andere sind wichtiger als ich.“

Doch ein ehrliches Nein schafft Klarheit.  Ein unehrliches Ja schafft Verwirrung. In Beziehungen. Im Alltag. Und vor allem in uns selbst. Langfristig sorgt ein ehrliches Nein für mehr Verbindung als jedes angepasste Ja.

Woran du merkst, dass dein Ja eigentlich ein Nein ist

Vielleicht kennst du das:

  • Dein Körper wird schwer oder eng.

  • Du wirst innerlich ärgerlich, obwohl du nach außen freundlich bleibst.

  • Du fühlst dich erschöpft, obwohl du „nur geholfen“ hast.

  • Du denkst später: Warum habe ich das schon wieder gemacht?

Das sind keine Schwächen. Das können Signale sein. Sie zeigen dir, dass deine Grenze schon da ist –
auch wenn du sie noch nicht aussprichst. Nein sagen ohne Schuldgefühle beginnt oft damit, diese Signale ernst zu nehmen.

Wie ein liebevolles Nein klingen kann

Ein Nein muss nicht hart sein. Es kann weich, warm, freundlich und ehrlich sein. Zum Beispiel:

  • „Ich wünsche dir das Beste – und ich kann gerade nicht.“

  • „Danke, dass du mich fragst. Ich merke, dass es mir im Moment zu viel ist.“

  • „Ich hab dich lieb – und ich brauche heute Zeit für mich.“

Im Buch gibt es viele weitere Formulierungen, wie du Nein sagen kannst, ohne andere vor den Kopf zu stoßen. Ein Nein muss kein Angriff sein. Vor allem ist es ein Ja zu dir.

Hier kannst du in das Buch hineinlesen!
Das Buch bei Amazon.

Eine ehrliche Anmerkung zu deiner Rezension bei Amazon: Wenn du magst, schreib gern schonmal deine ehrliche Rezension auf Amazon. Ich überlege gerade noch eine Variante, wie wir gestaffelt die Rezensionen einstellen können, denn ich wurde mit meinen Loslassenbuch von Amazon schonmal zurückgestuft, als mehrere Leute gleichzeitig eine Rezension geschrieben haben. Und jede Rezension ist mir heilig. Einerseits, weil ich gern lese, ob mein Buch nützlich sein konnte und andererseits, weil mein Buch ohne lebendige Rezensionen vom Algorhytmus runtergestuft wird. Dann können andere Menschen es nicht mehr finden… und das wäre schade…oder?

Fragen für unsere Leserunde:

  • Waren die zwei Geschichten im Buch zum Nein sagen erhellend für dich? Wenn ja, was genau?

  • Wem sagst du Ja, obwohl du Nein meinst?

  • Wie würde es sich anfühlen, ein liebevolles Nein auszusprechen?

  • Welche Schuldgefühle tauchen bei dir auf, wenn du Nein sagen möchtest?

Schreib deine Antworten, Gedanken oder Fragen gern unten in die Kommentare. Alles darf da sein. 🙂

Über Ina Rudolph

Zwanzig Jahre hat sie als Schauspielerin gearbeitet, dann lernte sie THE WORK kennen und lieben. Sie schreibt Bücher darüber, gibt Seminare, und hilft Menschen in Einzelsitzungen, bessere Perspektiven zu sehen als Kummer und Schmerz. Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben Sie doch eine Nachricht über das Kontaktformular.

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54 Kommentare

  1. Katrin

    Liebe Ina
    ja die Geschichten zum Nein sagen waren super erhellend und das obwohl ich es seit Jahren übe. Ich hatte vor Jahren bei dem Kennenlernen der Gewaltfreien Kommunikation meinen AHA Moment – ein NEIN ist ein JA zu einem meiner Bedürfnisse und das kann ich kommunizieren. Seitdem gelingt es mir immer öfter, aber nicht immer :).

    Erhellend war für mich dieser Moment, als mir wiedermal klar wurde, wenn ich nicht NEIN sage, dann verstecke ich mich und dann kann der/die andere mich nicht sehen. Und dann noch der Moment, als mir klar wurde, dass hier dann einige Glaubenssätze darauf warten geworkt zu werden 🙂

    Und dann ist mir direkt auch eine Begebenheit aus den letzten Monaten eingefallen. Eine neue Freundin kommt zu Besuch und bringt als Dankeschön eine Weinflasche mit, ich nehme sie lächelnd an. Tja wir trinken hier im Haus alle keinen Alkohol, was nun. Dann gab es in der Weihnachtszeit Käsefondue, ich schütte den Wein rein, lasse den ALkolhol verkochen…. mh es war vom Geschmack nicht der wirklich passende Wein – Schade. Und den Rest der Flasche habe ich dann weggeschüttet – auch Schade. Tja warum habe ich da nicht Nein gesagt? Ich wollte unkompliziert und normal sein und außerdem nicht schon bei ihrem ersten Besuch sie verlieren. Inzwischen kenne ich sie besser und würde definitv liebevoll sagen, dass wir keinen Alkohol trinken…. (Glaubenssatz: Ich bin nicht normal. Ich bin kompliziert.)

    Meine größte Baustelle zum Thema Nein sagen sind Kinder und Jugendliche, die um Hilfe bitten. Entweder meine eigenen oder die, die zu mir ins Lerncoaching kommen oder welche die neu kommen wollen. Eigentlich habe ich keinen Platz mehr und dann hänge ich noch eine Stunde vorne und eine hintendran, nur um helfen zu können. So ist es jetzt gerade einfach zu viel. Und ich habe tatsächlich einer Mutter neulich gesagt, dass es erst ab Mai wieder Plätze gibt und ich sie gerne auf die Warteliste nehme. Da tauchen dann schon Schuldgefühle auf, so in der Art: „Ich lass die jetzt mit ihren Problemen ganz alleine, obwohl ich helfen könnte. Ist ja schon Luxus, Freitags nicht zu arbeiten. “ (Glaubenssatz: Ich könnte mehr arbeiten. Ich lass die im Stich.) Den Satz ich muss alle retten hatte ich bei dir im Seminar geworkt, daher konnte ich jetzt überhaupt mal jemanden auf die Warteliste setzen 🙂

    Neulich habe ich es geschafft einer Freundin ein liebevolles Nein zu sagen, was dazu führte, dass sie sich für meine Ehrlichkeit bedankt hat und ich statt ihr zu helfen, meine Me Time geschützt habe :). Das fühlte sich schon sehr sehr gut und erholsam an. Und verbindend.

    LIebe Grüße Katrin

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Oh wie schön, dass du die Erfahrung machen kannst, dass eine Freundin sich bei dir für deine Ehrlichkeit bedankt! Ich mache das auch häufig und hänge noch an, wie wichtig diese ehrlichen Antworten für mich sind, auch wenn sie mir gerade nicht in den Kram passen…

      Und der Impuls den ich habe, als ich gelesen habe, dass du ein schlechtes Gewissen hattest, dass du nicht mehr arbeitest: mir fiel der Montessoriansatz ein „Hilf mir, es selbst zu tun“ und auch ich versuche, so zu arbeiten, dass ich Menschen befähige, dass sie sich selbst helfen können (ich halte THE WORK ideal dafür).

      Magst du über eine Möglichkeit nachsinnen, wie du nicht allen Klientinnen einzeln helfen musst (auch wenn das vielleicht die allerbeste Lösung wäre). Welche Impulse könntest du denen geben, für die du im Moment keinen Platz hast? Mit welchen Ideen könnten sie lernen, sich selber zu helfen? Oder könnten die, die einen Platz bei dir haben, denen helfen, die keinen Platz bei dir haben? Das könnte ein Gemeinschaftsgefühl fördern und auch das Wissen/Können derjenigen festigen, die es weitergeben sollen. (Is nur so ne Idee)

      Liebe Grüße!

      Antworten
      • Katrin

        Liebe Ina
        ich lass deinen Impuls mal wirken. DANKE dir 🙂

        Antworten
        • Ina Rudolph

          War nur eine Idee… 😉

          Antworten
  2. Doris

    Hallo liebe Ina
    Bei mir tauchen verschiedene Schuldgefühle auf, wenn ich nein sage:

    – Bei einem Nein zum Essen mitnehmen (Dein Beispiel im Buch), hätte ich etwas bedenken, dass ich meine Mutter verletzen würde. Aber nach dem Lesen von diesem Beispiel war mir ganz klar, dass dies nur eine Annahme ist, ein Ehrlich-Sein in diesem Moment, könnte u.U. auch der Einstieg für ein heiteres Gespräch werden.

    – Bei einem Nein, wenn jemand anderes mit uns noch in den Urlaub fahren möchte (wir gehen einmal jährlich zu viert in den Urlaub) hätte ich auch zuerst das Gefühl „ich mache so alles kompliziert“. Aber da ich zu dieser Situation schon mal ja gesagt habe und dies dann mit 6 Personen sehr anstrengend wurde, würde ich mich da wirklich durchsetzen oder wenn alle anderen dafür wären, würde ich mich evtl.

    Ich habe gestern ein Nein ausgesprochen, an eine Kollegin, die mit mir einen Fastnachts-Anlass besuchen wollte. Ich habe es so liebevoll wie möglich gemacht, aber auch klar. Das Einstehen für mich und meine Bedürfnisse hat mir sehr gut getan. Es war mir klar, dass es ihr auch nicht hilft, wenn ich „gezwungen“ mitkomme. Es wurde mir auch klar, dass ich auch damit leben könnte, wenn das nun der Grund wäre, dass unsere Freundschaft nun etwas auseinandertriftet, da die gemeinsamen Bedürfnisse halt nicht mehr ganz identisch sind. Mit was ich weniger gut umgehen könnte wäre, wenn sie nun schlecht über mich reden würde, z.B. mit den Worten „die Doris wird langsam komisch, die kommt nicht mal mehr mit an die Fasnacht.“

    Eine Frage:
    Ich möchte üben, bei solchen Ja/Nein-Entscheidungen mehr auf meinen Körper zu hören (wird es weit = ja, wird es eng = Nein). Ich habe nun folgendes beobachtet: Bevor ich eine Reaktion vom Körper beobachten kann, schaltet sich ganz schnell mein Kopf ein und entscheidet schon, z.B. mit vielleicht „Nein, es tut Dir besser heute einfach mal zuhause zu bleiben, Du fühlst Dich dort ja sowieso nicht wohl“ (die genauen Gedanken sind aber gar nicht so klar wahrnehmbar, weil das so schnell geht). Wenn ich dann auf meinen Körper hören möchte, ist der gefühlt schon von den Gedanken beeinflusst. Kennst Du dies? Wenn ja, hast Du da einen Tipp?

    Herzliche Grüsse

    Doris

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Hallo liebe Doris, wenn ich bemerke, dass mein Körpergefühl bereits von herumsausenden Gedanken beeinflusst wurde und ich nicht mehr klar ausmachen kann, was mein Körper mir sagen will, frage ich mich die 4. Frage der Work: Wer wäre ich jetzt ohne diese:n Gedanken? Ich habe nur das Bild von beiden Varianten vor Augen (zu Hause bleiben/ rausgehen) und fühle die ohne Nachdenken. Das kann ein paar Minuten dauern, bis ich es ohne Gedanken fühlen kann.. magst du das mal probieren?

      Antworten
      • Gabriele

        Hallo Ina, was bei mir zum Thema Nein plötzlich ganz besonders aufgetaucht ist, ist das Thema „Ja“. Dabei habe ich vor allem dann Schuldgefühle, wenn ich das „Ja“ zu mir besonders in den Mittelpunkt stelle. Mir fällt es leichter „Nein“ zu etwas zu sagen, wenn ich auch die gute Absicht und/oder die Bedürfnisse meiner Mitmenschen sehe, sie durchaus auch benenne und dann „Nein“ Also auch “ Ja“ zu meinem Gegenüber. Oft ist es leider so, dass ich mich schnell bedrängt fühle durch die Erwartungen an mich und dann die Abgrenzung schroff rüber kommt. Besonders dann habe ich Schuldgefühle. Danke für all die hilfreichen Impulse und Beiträge zu diesem superwichtigen Thema.

        Antworten
        • Ina Rudolph

          Liebe Gabriele,

          ich stelle mir vor, dass dir der Raum zwischen Reiz und Reaktion gut helfen kann, wenn du spürst, dass andere Erwartungen an dich haben. Manchmal reicht schon 1 Atemzug, damit das Nervensystem versteht und sortiert. Ich habe mir auch angewöhnt, nicht sofort automatisch JA zu sagen. Dafür gibt es auch schöne Formulierungen. Zum Beispiel sowas in der Art: „Ich verstehe, was du möchtest und ich überlege es mir mal. Bis wann möchtest du eine Antwort haben?“ Mit so einem Satz ist es so gut wie unmöglich, jemanden vor den Kopf zu schlagen, oder? Ich sage, dass ich gut zugehört habe, und verstehe, was der andere will. Ich akzeptiere den Wunsch und nehme mir zusätzliche Zeit um es mir zu überlegen. Dann erfrage ich noch die Deadline der anderen Person. Das ist superfreundlich, oder?

          Antworten
          • Gabriele

            Liebe Ina, danke für die hilfreichen Anregungen. Genau das habe ich gemeint. Vor kurzem hat mich eine Bekannte gefragt, ob ich sie in Yoga mitnehmen will, weil ich direkt bei ihr vorbei fahre. Ich hatte erst aus verschiedenen Gründen Bedenken, die ich nicht gleich benennen konnte und wollte. Ich habe sie gebeten, mir etwas Zeit zu lassen, damit ich mir überlegen kann, ob das für mich passt. Ich habe mich dann in aller Ruhe für ein Ja entschieden und habe auch noch die schöne Erfahrung gemacht, dass mein Zögern akzeptiert wurde.

          • Ina Rudolph

            Oh, das hört sich gut an. Und ich hab irgendwann mal beschlossen: Leute, die mir dieses Zögern nicht erlauben können, die gehören auch nicht in meinen engeren Kreis. Ich habe jetzt einen kleineren Freundes und Bekanntenkreis, dafür haben wir das Gefühl, dass wir uns so nehmen und auch lassen können, wie wir sind. Voll schön!! 🙂

  3. Solveig

    Deine Anregungen zum liebevollen „Nein“ sagen finde ich sehr inspirierend. Wie oft sagen wir möglicherweise zu lange „Ja“ und dann – wenn wir wirklich nicht mehr können – wird das „Nein“ ziemlich hart, weil die ganze Wut über einen selbst dann mit rauskommt und das Gegenüber in dem Moment unverhältnismäßig trifft.
    Meine persönliche Hürde beim „Nein“ sagen besteht eher darin, aus der Balance zu kommen, aus dem Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Selbstfürsorge ist mir sehr wichtig, doch wenn ich zu viel Gefallen am „Nein“ sagen finde, verziehe ich mich selbst zu einer egozentrischen Zicke, die unter dem Deckmantel der Selbstfürsorge ihre Verantwortung für die Gemeinschaft missachtet.
    Ich strebe ein gesundes Maß für alle an – für mich selbst und die Menschen, die mir vielleicht auch mal ein „Ja“ geben, weil sie meine Not gerade über ihre Bequemlichkeit stellen. Und sicherlich ist es wichtig zu schauen, ob jemand gerade wirklich in der Klemme sitzt oder selbst nur ungeliebte Aufgaben auf jemand anderen abschieben will. Der Einzalfall ist für mich da sehr entscheidend. Als meine Tante gestorben ist, war ich früh um halb fünf für meinen Cousin da, und ich habe normalerweise wirklich keinen Bock auf Gespräche um diese Zeit. Wenn mein Nachbar Sonntags um vier kommt und wieder irgendein Zeug günstig über mich bestellen will, kann ich dagegen schon mal gut und deutlich „Nein“ sagen.

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Solveig, was du schreibst, löst in mir ein Bild aus von einer vorgestellten Idealline. Auf dieser Idealline bist du in vollständiger Balance und glasklar.

      Und in meiner Vorstellung mäandert das Leben und die Realität immer um diese Linie herum. Sie schneidet sie manchmal und meist ist es eher ein Spüren, ob ich mich gerade von dieser Linie entferne oder mich ihr annähere. Und Lernen macht aus meiner Sicht am meisten Freude, wenn ich die Bewegung um diese Ideallinie herum erlaube.

      Heute ist die Realität selbst meine Ideallinie (meistens). Ich kann mir selber zuschauen, wie ich manchmal ohne Nachdenken für jemanden da bin und wie ich es dann wieder an anderer Stelle nicht bin. Diese Bereitschaft muss für mich nicht logisch erklärbar sein. Oft reagiert mein Unbewusstes so schnell, dass ich echt keine Ahnung habe, warum ich das jetzt so gemacht habe. Das „Erklären können“ ist mir nicht mehr so wichtig. Wichtiger ist mir, dass ich nicht mehr mit dem Verstand gegen meine Impulse vorgehe.

      Macht das Sinn für dich?

      Antworten
      • Solveig

        Liebe Ina, das macht absolut Sinn für mich. Ich finde es so schön, dass Du auf Deine Intuition vertraust, der Verstand erzählt uns ja schon genug von „sollte“ und „müsste“, und die Intuition achtet mehr auf Stimmigkeit und Resonanz. Da bin ich ganz bei Dir.

        Antworten
        • Ina Rudolph

          Schön! 🙂

          Antworten
  4. Corry

    Hallo Ina,

    die Geschichte mit dem „Nein“ zum Essen, finde ich für mich etwas schwierig. Also ich hätte da nicht unbedingt ehrlich sein wollen, weil ich Angst gehabt hätte, zu verletzen. Das Beispiel mit der Reise war dagegen schon sehr viel erhellender. Ich hätte bei dem Telefonat im Zug zwar wahrscheinlich auch noch „Ja!“ gesagt, aber die Situation mit dem Frühstück, da hätte ich auf jeden Fall was gesagt. Aber wahrscheinlich wäre das dann zwar ehrlich aber nicht unbedingt freundlich rübergekommen. Aber ich habe solche Situationen schon erlebt und mich hinterher geärgert, dass ich mich aus reiner Freundlichkeit dort hineinbegeben habe.
    Ich sage auf Arbeit of „Ja“, obwohl ich „Nein“ fühle und zwar zu Kollegen, die immer mit so einer Schmeichelei rüberkommen, so von wegen „… du kannst das doch so gut … 😉 !“ oder „… das hast du doch schon mal für mich so toll gelöst …. !“ Ich will dann einfach als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen werden und freue mich ja auch über das Lob und die Anerkennung, wenn die Kollegen sich freuen, dass ich ihnen Arbeit abgenommen habe. Aber es kann dann halt auch passieren, dass ich für meine eigentlichen Aufgaben nicht mehr genug Fokus und/oder Kapazität habe und dann ins Schleudern gerate oder sogar Fehler mache.
    Ich habe eine Kollegin, die sich da ganz knallhart und ohne Ausnahme abgrenzt und eigentlich fast IMMER „Nein“ sagt, wenn jemand sie um etwas bittet. Das finde ich einerseits bewundernswert, andererseits weiß ich, was die Kollegen über sie sagen, sie gerne meiden und sie überhaupt nicht mögen.
    Von daher sehe ich da schon nach wie vor ein Dilemma, das sich doch nicht so leicht lösen lässt.
    Schuldgefühle tauchen da aus meiner Kindheit auf, wenn jemand „Nein“ gesagt hat, wenn ich Hilfe gebraucht hätte. Ich weiß halt noch, wie ich mich damals gefühlt habe. Und möchte das eigentlich niemand anderem antun.
    Welcher belastende Glaubensatz könnte dahinter stecken, den ich mit „The Work“ bearbeiten könnte?
    Vielleicht ich muss gemocht werden? Ich bin abhängig von der Bewertung anderer? Ich brauche die Anerkennung anderer?
    Es ist das Schuldgefühl egoistisch zu sein. Aber ich glaube die Sätze aus dem nächsten Kapital so von wegen „Ich würde dir wirklich gerne helfen UND ich habe gerade selbst so viel auf dem Tisch, dass ich das unmöglich noch zusätzlich übernehmen kann …!“, könnten hilfrei sein und die versuche ich künftig immer mal wieder einzustreuen.

    Vielen Dank für diese tolle Leserunde!

    Corry

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Könnte das ein interessantes Experiment mit deinen Kollegen sein? Das Lob und die Anerkennung zu genießen und danach dennoch eine Variante zu finden, Nein zu dem zu sagen, was sie wollen. Dann findest du heraus, ob sie dir wirklich nur schmeicheln wollten, damit du JA sagst, oder ob du das lediglich vermutest! 🙂

      Zu deiner Frage mit den Glaubenssätzen:
      Die, die du bereits vorgeschlagen hast, wären eine gute Möglichkeit und dann sehe ich auch noch den Zusammenhang, dass du nicht willst, dass die anderen sich so fühlen, wie du dich als Kind manchmal gefühlt hast. Und das ist ja erstmal eine Vermutung, wie die anderen sich fühlen, wenn du Nein sagt. Diese Vermutungen könntest du auch worken…

      Antworten
  5. Suanne Kerl

    Liebe Ina,

    das Nein-sagen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Leben, finde ich, Ziel: gut zu mir selbst sein und bei mir bleiben.

    Früher hab ich das Nein manchmal nicht geschafft, lernte aber daraus. So sagte ich 1991 ja zu unserer Hochzeitsfeier mit Dutzenden von Gästen, die ich eigentlich gar nicht kannte, weil mein werdender Mann sie aus „seinem“ Leben gerne dabeihaben wollte. Anstatt klar nein dazu zu sagen, nickte ich gegen meine innere Stimme. In der Rückschau finde ich unsere Hochzeitsparty immer noch schlimm. ich feiere überhaupt nicht gerne mit vielen Leuten, schon gar nicht als Gastgeberin. Das sollte der (angeblich) schönste Tag des Tages sein und ich wünschte mich stattdessen die ganze Zeit woanders hin? Schrecklich. Aber ich war kein Opfer und mein Mann trug keine Schuld, sondern ich hatte meine Bedürfnisse weggeschoben und war nicht klar gewesen.

    Als wir 25 Jahre später unsere Silberhochzeit planten, sagte ich meinem Gatten ganz freundlich, das würde mir kein zweites Mal passieren. Er könne gerne mit so vielen Gästen wie er wolle feiern, aber nicht mir mir als Silberbraut. Ein bisschen komisch, wenn die Hälfte der Protagonisten nicht dabei wäre, lach, aber es wäre mir egal gewesen. Ich hätte den „Ehrentag“ gar nicht irgendwie begehen müssen, er schon.
    Unser Kompromiss: Wir feierten unsere Silberhochzeit ganz alleine in einem noblen Kaffeehaus in Göttingen, das für unsere Geschichte eine große Bedeutung hat. Natürlich fand das die Verwandtschaft merkwürdig, denn „man“ feiert die Silberhochzeit doch groß, oder? Nix da! So waren wir beide zufrieden.

    Zum Ausgleich feiert mein Mann alle runden Geburtstage riesig mit 50 Leuten plus x in irgendeinem teuren Restaurant. Das ist seine Angelegenheit und ich nehme gerne Anteil – aus der Ferne, denn ich sitze dann lieber alleine zu Hause und gucke Tatort. Wie die anderen das finden, ist ihre Sache, das tangiert mich nicht. Mein Mann weiß, dass es kein Nein zu ihm ist, sondern ein Ja zu mir und meinen Bedürfnissen. Eine Frau an seiner Seite, die die ganze Zeit lieber woanders wäre und dächte „SOS, beam mich hier raus, Scotty!“, wäre auch nicht in seinem Sinne und ich gönne ihm seine Feier von Herzen.

    Mein größter Nein-Erfolg ihm gegenüber passierte nach wenigen Jahren des Paar-Seins. Mein Liebster stammt aus einer großen Familie und er wünschte sich Kinder mit mir, am liebsten die berühmte Fußballmannschaft. Ich wollte absolut keine Kinder, die Mutterrolle ist nicht meins, aber ich verstand ihn. Was tun? Ich schlug freundlich vor, er möge sich eine andere Frau suchen, wenn dieses Thema für ihn so dermaßen wichtig sei – er blieb und sah später, was Kinder AUCH bedeuten, nämlich das, was er auch nicht schätzt: Unruhe, Sorgen und Stress. Wie anstrengend Familienleben oft ist, wusste ich von zu Hause: Nein, danke! Mit mir nicht. Er akzeptierte es, das Thema gärte nicht nach, weil ich sehr offen gewesen war und nichts an fadenscheinigen Gründen vorgeschoben hatte.

    Ich habe auch kein Problem damit, mich als nicht gastfreundlich zu outen, was in dieser Klarheit für manche Freunde nicht leicht zu verstehen war. Das verstehe ich: Ich wirke so nahbar und bin es auch – aus der Ferne. Ich bin eine extrovertierte Introvertierte, habe einen riesigen Freundeskreis, verschicke zig Pakete und Briefe zu Geburtstage und Weihnachten liebe ich es, sie alle per Post zu bedenken. Besuch hasse ich dagegen und würde Spontanbesucher glatt vor der Tür stehen lassen. Auch da haben mir ungute JAs in der Vergangenheit und das Zulassen von Treffen entgegen meines Gefühls gezeigt, wie schlecht es mir damit geht. Es kamen in letzter Zeit neue Freundinnen dazu, die mich gerne besuchen wollten und mich einluden. Ich erklärte mein Nein freundlich und ganz unverstellt und lehnte dankend ab. Das kann mein Gegenüber akzeptieren oder auch nicht. Für seine Gefühle bin ich nicht verantwortlich und ich erläuterte es stets so weich, liebevoll, wertschätzend und schonend wie möglich.

    Viel schwerer als im Privatleben fand ich die vielen Jas entgegen meiner eigenen Bedürfnisse im Berufsleben. Ich war fast 20 Jahre Chefredakteurin von Special-Interest-Zeitschriften, das erforderte viele Dienstreisen, auch übers Wochenende, die fielen mir immer schwerer, weil sie oft überhaupt nicht brachten in meinen Augen. So viel Aufwand für ein Händeschütteln und einen Kaffee mit irgendwelchen Kontakten, die ich auch hätte anrufen können? Schrecklich. Als es neue Geschäftsführer gab, denen mein Home-Office-Dasein ein Dorn im Auge war und mich am liebsten wieder im Berliner Verlag haben wollten, plante ich den Ausstieg aus dem gut dotierten, sicheren Job. Mein Mann schlug vor, drei Monate zu testen, ob wir von seinem Gehalt alleine leben könnten, denn er sah, wie unglücklich mich diese ewigen Zugeständnisse machten. Gesagt, getan. Siehe da: Es war gar kein Problem. Meine Freiheit war so viel wertvoller! Das Nein in Form der Kündigung kostete mich Überwindung, aber dieses Nein war eines meiner wertvollsten.

    Deine beiden Geschichten zum Thema Nein-sagen fand ich sehr erhellend im Buch, weil ich laufend an meine eigene Erfahrungen damit erinnert wurde. Ich durfte erkennen, wie weit ich heute bin im Zu-mir-selbst-stehen – vor allem durch meine lange Erfahrung mit The Work.
    Ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle oder den Eindruck, zu kompliziert zu sein, hatte ich deshalb nie. Was das eigentlich für ein Segen ist, erkannte ich an deinen Beispielen. Danke dafür!

    Liebe(volle) Grüße von
    Susanne

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Susanne, es ist mir eine Freude, deine Zeilen zu lesen und wie du es geschafft hast, dein Leben zu deiner Zufriedenheit und nach deinen Bedürfnissen auszurichten. Ich musst auch gut lachen bei der Zeile: „Ich wirke so nahbar und bin es auch – aus der Ferne.“ Ich erkenne mich in deiner Bezeichnung: extrovertierte Introvertierte. Ich bin das anders als du… Zum Beispiel haben früher Leute oft zu mir gesagt, wenn ich mit irgendetwas scheu oder introvertiert war: „Aber du bist doch Schauspielerin – du musst das doch können!“ Heute kann ich mich introvertiert und auch extrovertiert sein lassen, so wie es immer gerade auftaucht. Ich muss es nochnichteinmal verstehen, warum es jetzt so auftaucht. Und die Glaubenssätze der anderen, wie ich zu sein habe, sind ja nicht meine Angelegenheit… 😉

      Antworten
    • Silke

      Hallo liebe Susanne,
      Dankeschön für deine ehrlichen Worte. Ich habe es mit viel Interesse und Freude gelesen.
      Dankeschön fürs teilen.
      Liebe Grüße, Silke

      Antworten
  6. S.

    Liebe Ina,
    Ich finde deine beiden Beispiele sehr gut. Sie helfen mir in die (deine) Rolle zu schlüpfen und zu fühlen, „was würde ich in dem Moment tun?“
    Bei dem Beispiel mit deiner Mutter habe ich gemerkt es kommt darauf an, wie wir gerade beide drauf sind. Das Nein sagen finde ich nicht ganz so schwierig, die ehrliche Begründung schon eher. Auch hier ist der GS „ich will sie nicht verletzten“, darunter das Thema Sicherheit (Nicht aus dem Rudel ausgegrenzt zu werden. Das bedeutete früher Gefahr. Nicht überleben können.)
    Beim Schreiben merke ich auch früher hat meine Mutter, wenn sie etwas gar nicht mochte, mit „Liebesentzug“ reagiert. Das heißt sie hat nicht mehr mit mir gesprochen bis ich mich entschuldigt habe. Und dieses Gefühl der wahrgenommenen Ungerechtigkeit mag ich nicht besonders gerne fühlen. Da ist der Impuls dieses Gefühl vermeiden zu wollen. Deshalb hätte ich vielleicht etwas gesagt wie „ich hab noch so viel im Kühlschrank“. Danach kommt zwar im ersten Moment Erleichterung der Situation entgangen zu sein, aber gleichzeitig auch Scham und Schuld – nicht ehrlich gewesen zu sein.
    Geht es uns beiden gut, könnte ich schon ansprechen, dass es mir diesmal nicht so gut geschmeckt hat. Ob sie vielleicht andere Gewürze genommen hat? Dann würde ich mich frei fühlen. Erleichtert ehrlich gewesen zu sein, denn das ist mir wichtig.

    In der Urlaubssituation beim Frühstück hätte ich wahrscheinlich auch nichts sagen können. Innerlich wäre ich empört über diese Art. Innere Bewertung! Gleichzeitig würde mir die Empörung den Hals verschließen. GS – Ich darf mich nicht wehren. Da bin ich gerade dran den zu hinterfragen.

    Auch in der Situation als sie fragte, ob der Partner auch mitkommen kann, merke ich wie es in mir arbeitet. Natürlich hat sie jedes Recht zu fragen. Wie ich ja auch jedes Recht hätte nein zu sagen, trotzdem bohrt da noch was in mir. Fühle ich mich zur Seite geschoben? Ausgebootet? Ich kann das noch nicht richtig greifen.
    Ich finde es toll, dass du den Mut hattest dir eine andere Bleibe zu suchen und einen schönen Urlaub mit deiner Tochter zu verbringen. Super.

    Ein liebevolles Nein zur richtigen Zeit fühlt sich für mich immer gut an. Befreiend.

    Mit den Schuldgefühlen ist das immer so eine Sache. Mir ist klargeworden in den letzten Jahren auf meinem Weg – sollte der andere enttäuscht sein (z.B. weil ich Nein gesagt habe) ist das SEINE /IHRE Enttäuschung. Ich habe für mich gesorgt und meine Wahrheit gesprochen. Der andere ist vielleicht enttäuscht, weil er/sie eine bestimmt Erwartung an mich hatte, die ich nicht erfüllen wollte oder konnte. Hinter der Enttäuschung steckt aber in diesem Fall seine eigene Geschichte nicht meine. Genauso wie hinter meiner eigenen Enttäuschung meine eigenen Verletzungen oder Glaubensmuster stecken und nichts mit dem anderen zu tun haben.

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Sabrina, für mich hat mein „mit anderen ehrlich werden“ sich angefühlt, wie erwachsen werden. Ich konnte die letzten Reste der Nabelschnur, an denen ich noch gehangen habe, durchtrennen. Heute habe ich ein erwachsenes Verhältnis zu meinen Eltern und das fühlt sich richtig gut an. Dafür musste ich in Kauf nehmen, dass ihnen meine freundliche Wahrheit erstmal nicht schmeckt, dass sie vielleicht auch überrascht sind über so eine ehrliche Rückmeldung. Meine Eltern sind auch nicht in einer Umgebung aufgewachsen, in der es erwünscht war, ehrlich zu sein. Es wurde auch nicht gefördert. Ergo haben sie ihre Muster entwickelt, wie sie so durchs Leben kommen. Ich habe ihnen (heimlich) unterstellt, dass sie auch gern ehrlich wären, wenn sie wüssten, wie das geht.

      Wenn ich sehe, dass es ihnen schwerfällt, mit meiner Ehrlichkeit umzugehen, kann ich ein offenes Gespräch anbieten. Ich kann sie fragen, wie sich das für sie anfühlt, dass ich ehrlich mit ihnen bin und dann kann sich ein schönes und interessantes Gespräch ergeben das unser zukünftiges Miteinander freier macht.

      Kannst du dir das für dich vorstellen?

      Antworten
      • S.

        Liebe Ina,
        ja, mit meiner Mutter kann ich durchaus ehrlich Kommunizieren. Als ich anfing ehrlicher zu kommunizieren war es schwierig. Unser Kontakt brach ab. Die räumliche Distanz machte ein „sich aussprechen“ nicht möglich. Da war bei mir dann der Prozess des Abnabelns wichtig. Sie durfte sein und ich durfte sein.
        Jetzt haben wir wieder einen guten Kontakt. Ich kann ihr ehrlich alles sagen, und doch merke ich immer wieder dieses innere zögern. Das nicht verletzen wollen. Mich der Reaktion des anderen nicht stellen wollen, wenn ich vermute, dass sie negativ sein könnte. Da darf ich einfach weiter üben 😉

        Antworten
        • Ina Rudolph

          Liebe Sabrina, manchmal kann dieses Zögern ja auch hilfreich sein, oder? Mir hilft das Zögern manchmal, auf die richtigen Worte zu warten, die wirklich friedlich ausdrücken, was ich sagen möchte, die respektvoll sind. Das liegt bei mir etwas an der Tagesform und auch an der Tagesform der anderen Person, welche Offenheit ich gerade beim Anderen spüre. Könnte ein Teil deines Zögerns vielleicht ganz gesund und richtig sein?

          Antworten
          • S.

            Liebe Ina,
            danke für deine Antwort. Das werde ich mir mal durchs Herzchen ziehen lassen. 🙂

  7. Dorit

    Waren die zwei Geschichten zum Nein-Sagen erhellend für dich?
    Auf jeden Fall! Vor allem, weil ich mich in vielen Situationen wiedererkannt habe. Mir ist klar geworden, dass ich oft merke, dass mir etwas nicht guttut, aber trotzdem nichts sage.

    Wem sagst du Ja, obwohl du Nein meinst?
    Vor allem Menschen, die mir wichtig sind. Freunden, Familie oder auch auf der Arbeit. Ich sage oft „ja“, weil ich niemanden enttäuschen will oder Angst habe, dass jemand sauer ist.

    Wie würde es sich anfühlen, ein liebevolles Nein auszusprechen?
    Ich glaube, es wäre erst mal ungewohnt. Vermutlich würde es sich gleichzeitig aber auch erleichternd anfühlen.

    Welche Schuldgefühle tauchen auf, wenn du Nein sagen möchtest?
    Ich denke dann oft, unfair zu sein. Dieser Gedanke hält mich davon ab, ehrlich zu sein.

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Hallo liebe Dorit, hast du dich schon mit The Work beschäftigt?

      Ich darf andere nicht enttäuschen
      Andere dürfen (wegen mir) nicht sauer sein
      Ich bin unfair

      Das sind 1A Glaubenssätze zum worken….:-)

      Antworten
      • Dorit

        Liebe Ina,
        danke für die andere Perspektive!

        Antworten
        • Ina Rudolph

          🙂

          Antworten
  8. Eva

    Liebe Ina,
    beide Geschichten zum Nein sagen waren erhellend für mich. Ein nein fällt mir leider immer recht schwer, nicht unbedingt aus Schuldgefühlen eher sind es die alten Glaubenssätze in meinem Leben. Seit ich mich erinnern kann war mein Vater krank und ist dann verstorben als ich 13 Jahre alt war. Meine Kindheit war aus Rücksichtnahme und „leise“ sein geprägt. Unauffällig und leise (Unsichtbar). Ich glaube es passiert mir recht oft, dass ich ja sage obwohl ich nein sagen sollte. Auf der Arbeit klappt es besser als in der Familie mit dem nein sagen. Es ist bei mir eher die Gewohnheit, weil bestimmte Dinge einfach getan werden müssen (Glaubenssatz).
    Ich merke erst später, dass ich eigendlich nein hätte sagen wollen. Ein nein auszusprechen, dann wenn ich es fühle würde sich bestimmt gut anfühlen. Ich wäre wahrscheinlich über mich und mein nein erschrocken und erst dann erleichtert. Mein ja ist glaube ich ganz tief eingebrannt, dass ich gar nicht wirklich zulasse ein nein zu fühlen. So fühlt es sich gerade für mich an, wenn ich jetzt so darüber nachdenke. Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt. Das nein überhaupt zuzulassen ist recht schwierig für mich.

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Danke, liebe Eva, das kann ich gut verstehen. Kannst du dir vorstellen, deine Familie einzuweihen? Wenn gerade gar kein Anlass besteht, alles harmonisch läuft – deine Familie um Unterstützung zu bitten. Du könntest dich erst zeigen mit deinem Wunsch, diese alte Angewohnheit zu verlernen und auch, dass es dir immer erst einfällt, wenn die Situation schon vorbei ist. Du könntest sie bitten, dass du das Thema nochmal ansprechen darfst, auch wenn die Situation längst vorbei ist. So könntest du es lernen… und in meiner Erfahrung werden die Abstände dann immer kürzer, bis du es auch direkt IN der Situation merkst. Wäre das (oder so ähnlich) eine Möglichkeit für dich?

      Ich finde es auch auch immer sehr wichtig, freundlich mit dem Lernprozess und mit dem alten, gelernten Muster zu sein. Wenn ich den Lernprozess bejahe, es mal besser und mal nicht so gut klappen darf und ich dennoch dranbleibe – dann lerne ich es auch. 🙂

      Antworten
  9. Silke

    Liebe Ina,
    Liebe Leserunde,
    Die zwei Geschichten haben mir geholfen, selbst den GS „ich muss unkompliziert sein“ zu beworken.
    Habe herausgefunden, ich muss mal unkompliziert (im Sinne von Locker und frei von Zwängen) sein. Gutes Gefühl 😄

    Wo ich zwar Nein fühle, aber nichts machen kann ist folgende Situation.

    Ich bekomme ungefragt/unaufgefordert fast jeden Tag Zeitschriften, Zeitungen in meinen Briefkasten. Vor fast einem Jahr fing es an mit einer Backmischung und mit eingeschweißten Würstchen.
    Jetzt Tageszeitung vom Vortag. Wenn mal ein Tag nichts im Briefkasten liegt, freue ich mich. Gestern lagen dann 6 Zeitungen drin. Also kein Platz mehr für meine normale Post.
    Ich fühlte mich gestern mal wieder wütend, sauer, aggressiv, hilflos, ausgeliefert, wehrlos…
    Ich will es nicht, also ein klares NEIN. Aber es nützt nichts.
    Ich werde mal The Work machen. Hat jemand eine Idee für einen Glaubenssatz?

    Liebe Grüße an alle.

    Antworten
    • Vera Dreyer

      Wie wäre es mit einem Schild am Briefkasten „Bitte keine Werbung/Zeitschriften etc.“ Man kann es ja charmant formulieren…

      Antworten
      • Ina Rudolph

        Hallo Vera, hallo Silke,

        ich habe auch so ein Schild am Briefkasten und bei mir klappt das. 🙂

        Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Silke, schön, das du ins Worken gekommen bist! 🙂

      Für den Fall, dass du bereits einen Zettel an deinem Briefkasten hast, der sagt, dass du keine Zeitschriften und keine Werbung möchtest, hätte ich folgende Ideen für Glaubenssätze:

      Der Briefträger sollte….
      Der Briefträger ist…
      Es ist kein Platz mehr im Briefkasten für normale Post.
      Es nützt nichts.

      Und du könntest zu einer Situation zurückgehen, in der du dich sauer, aggressiv, hilflos, ausgeliefert und wehrlos gefühlt hast und die Gedanken (Glaubenssätze) auftauchen lassen, die aus diesen Emotionen entstanden sind….

      Antworten
      • Silke

        Dankeschön für die Anregungen liebe Ina,

        Ich weiß, wer mir das in den Briefkasten legt. Lisa ist krank und sehr belastet.

        Work über den GS:
        „Lisa sollte mir nichts in den Briefkasten tun.“
        Es ist schon entlastend, wenn ich realisiere, wie die Realität aussieht und ich nicht in den Widerstand gehe. Ja, Lisa macht es und ich akzeptiere erstmal die Realität!

        Bei Frage 4 habe ich gefühlt, wer oder was ich ohne den GS beim öffnen des Briefkastens wäre.
        Plötzlich war ich weich, entspannt und dankbar darüber, etwas zu bekommen.

        Ja, annehmen und genießen, wenn ich etwas bekomme, konnte ich bisher noch nicht. Also, danke Lisa, dass du mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hast. 😀

        „Ich sollte … nichts in den Briefkasten tun.“
        Mir fällt ein, dass ich meiner Schwester immer zwanghaft versuche zu helfen. Praktisch mülle ich meine Schwester voll. Auch wenn es lieb gemeint ist, bin ich in ihren Angelegenheiten.

        Ich spüre Verständnis für Lisa, dass sie nicht anders kann. NOCH nicht. 😉

        Und auch mich selbst mülle ich voll mit meinen „Fake News“ – Gedanken 😉, die nicht wahr sind.

        Danke danke danke liebe Ina für diese Leserunde und diese Anregungen und Fragen.

        Von Herzen danke ❤️

        Antworten
        • Ina Rudolph

          Liebe Silke, das klingt für mich, als hättest du deine Work gründlich gemacht und die Gegenteile (Umkehrungen) erhellend gefunden. Auf was man im Prozess der Work alles so kommen kann… 🙂 Ich finde es immer wieder so erleichternd, dass die Work mich auf mich zurückführt, auf das, wie ich das Gleiche oder etwas Ähnliches tue, wie das, was ich anprangere. Dann kann ich mich und den Anderen immer gut verstehen, Wärme breitet sich in mir aus und dann ist das Problem irgendwie weg… 🙂

          Antworten
          • Silke

            Ja Ina,
            genauso ist es bei mir auch 😊

  10. Kirstin

    Liebe Ina,

    in diesem Text aus der Leserunde hat mich etwas sehr berührt. Und zwar:
    Wenn ich nicht gelernt habe, für mich selbst zu sorgen, werde ich davon abhängig, dass andere es für mich tun. (…) Nein sagen ohne Schuldgefühle bedeutet deshalb nicht, rücksichtslos zu werden. Es bedeutet, die Verantwortung für das eigene Wohl nicht länger an andere abzugeben.

    Darüber möchte ich noch weiter nachdenken, denn ich hätte – bis jetzt 😉 – eigentlich von mir behauptet, dass ich sehr wohl Verantwortung für mich übernehme. Aber ich merke nun, dass ich es nicht ‚für mein eigenes Wohl‘ getan habe. Ich habe es eher auf äußerliche Dinge bezogen (Finanzen, Jobdinge usw.), aber dass es auch dazu gehört, auf mein ‚Wohl‘ zu schauen, also darauf, mich nicht zu überfordern, zu belügen, übermäßig anzupassen usw. war mir bis jetzt gar nicht so klar. Danke für den Hinweis!!

    Nun zum Buch und einer beispielhaften Geschichte als Antwort auf deine Fragen:
    Ja, ich fand die Geschichten im Buch hilfreich, besonders auch die 2. mit dem Glaubenssatz ‚Die Bedürfnisse der anderen gehen vor‘.
    Ich persönlich empfinde Nein-sagen immer als inneres Drama. Weil mich danach die Schuldgefühle überkommen (in erster Linie, weil ich denke, ein Nein bedeutet, einen anderen im Stich zu lassen und insbesondere bei Familie bricht mir das echt das Herz). Deine Geschichten und die Herangehensweise waren aber so herrlich undramatisch. Das hat mir Mut gemacht und ich habe es gleich mal mit meinem Bruder (meine größte Herausforderung 😉 ) ausprobiert, der mich fragte, ob ich die Erledigung einer Sache für ihn übernehmen könnte, bei der ich aber merkte, dass ich da gerade überhaupt keine Energie für habe. Geschichten tauchten in meinem Kopf auf, dass er ja gerade soo gefordert ist und ich das ja nun wirklich für ihn tun könnte um ihn zu entlasten….Inneres Drama!!! Ich lasse meinen Bruder im Stich…..
    Ich wollte es diesmal anders machen. Für mich da sein und meine Energie zusammenhalten. Ich weiß, dass mein Bruder dazu neigt, mein Nein wegdiskutieren zu wollen, wenn ich Gründe nenne (z.B. wenn ich sage, mir fehlt da gerade die Energie, dann sagt er mir, dass es doch gar nicht so viel sei usw. -und dann fühle ich mich wieder als ‚Anstellerin‘). Deshalb habe ich einfach nur ‚Nein‘ geantwortet. Er hat noch mal nachgefragt (vielleicht habe ich Unklarheit ausgestrahlt). Ich habe noch mal einfach nur Nein. geantwortet und er sagte: okay! Kein Drama, kein Theater…..Nur Zufriedenheit bei mir ;). So kann es also auch gehen! Wobei ich dennoch merke, dass es mich beschäftigt und ich mich frage, ob er vielleicht gekränkt war oder es vielleicht tatsächlich so empfunden hat, dass ich ihn im Stich gelassen habe. Elendiges Kopfkino ;)…
    Darf ich wohl noch etwas üben….

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Hallo liebe Kirstin, was für eine schöne Geschichte!!! Und ich freue mich, dass du gleich ein Experiment gestartet hast und eine positive Erfahrung gemacht hast. Manche Menschen verstehen ein Nein bei der geringsten Andeutung von „Nein“ und andere brauchen ein superklares Nein. Manche wieder ein doppelt superklares Nein… 😉

      Kannst du dir vorstellen, das eventuelle Gekränktsein deines Bruders seine Angelegenheit sein zu lassen? Im Buch gibt es auch ein ganzes Kapitel zu den drei Angelegenheiten…

      Würde er dich fragen, warum du NEIN gesagt hast, würdest du ja sicher nicht mit einer freundlichen Erklärung hinter den Berg halten, oder?

      Antworten
      • Kirstin

        Ja, liebe Ina, du hast ja sooo recht. Es ist seine Angelegenheit, ob er gekränkt ist. Puh, das ist immer eine fette Nummer für mich. Aber völlig richtig!

        Antworten
  11. Ute

    Den Glaubenssatz nicht kompliziert sein zu wollen, kenne ich sehr gut! Bei dem Gedanken an ein Nein kommen bei mir Schuldgefühle in Richtung „ich will nicht kleinlich sein“, „der andere hat soviel zu tun/ es schon schwer genug“, „sonst macht’s ja keiner“ hinzu.
    Die vierte Work-Frage: „wer wäre ich ohne diesen Gedanken?“, hingegen macht meinen Kopf frei. Und bei meiner Umkehrung „ich darf kompliziert sein“ fühlt sich das stimmig an, im Sinne von „ich darf für mich und meine Bedürfnisse einstehen“. Das lasse ich gerne mal so wirken.

    Die Geschichte von Anna fand ich sehr erhellend. Und die Umwandlung der ersten Absage, die erst sehr hart klang, hin zu einer freundlichen, klaren und ehrlichen Aussage. Wow, so einfach könnte (kann) es sein!!! Damit möchte ich gern weiter experimentieren.

    Ein Beispiel aus der Vergangenheit, wo ich kein Nein aussprechen konnte war, als nach einem Kindergeburtstag die Eltern zum Abholen der Kinder kamen. Sie ließen sich dann noch gemütlich auf einen Plausch nieder und der Kindergeburtstag nahm kein Ende. Ich hätte jedoch dringend eine Pause gebraucht. Aber ich wollte kein Spielverderber sein, großzügig wirken und gefallen. Ohne diese Gedanken und in entspannter Atmosphäre hätte ich rechtzeitig und klar sagen könnten, dass jetzt Schluss ist.
    Ich frage mich, ob mir das heute besser gelingen würde. Aber wenn ich unter Anspannung stehe, dann fällt es mir immer noch schwer, nach Hilfsankern zu greifen.

    Danke dir, liebe Ina für die vielen Beispiele in deinem Buch und den direkten Austausch sowie die praktischen Hilfestellungen hier in der Leserunde!

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Ute, das mit den Kindergeburtstagen kenne ich! Sauanstrengend! Ich habe mir dann mal ein Elternteil, mit der ich mich am verbundensten gefühlt habe, herausgegriffen und vor dem Kindergeburtstag mit ihr gesprochen, ob sie mich unterstützen kann. Und dann habe ich erlebt, dass sie den Eltern einfach sagen konnte, dass es ja immer anstrengend ist, so einen Geburtstag zu veranstalten und dann hat sie mich vor allen (mit Verständnis) gefragt, ob ich jetzt erschöpft bin. Ich konnte ja sagen, sie hat zu den anderen Eltern gesagt: „Dann verziehen wir uns mal, oder?“ Wir haben uns zugezwinkert und das ging alles soo einfach…ich will auch immer kein Spielverderber sein. Nur, dass ich dann scheinbar die Einzige bin, der das Spiel keinen Spass mehr macht…

      Antworten
      • Ute

        ja, das ist gut, jemanden vorher ins Boot zu holen und um Hilfe zu bitten. Ich muss nicht alles alleine hinkriegen.

        Antworten
        • Ina Rudolph

          🙂

          Antworten
  12. Dunja

    Liebe Ina,

    Deine beiden Geschichten zum „Nein“ sagen waren auf jeden Fall hilfreich und inspirierend. Besonders inspirierend, finde ich, wie wohlwollend, liebevoll und wertschätzend ein „Nein“ (und generell Ehrlichkeit) sein kann und sollte.

 Solange mir ein „Nein“ (Ehrlichkeit an sich) Angst macht, erscheint es so negativ und schwer… Doch ein „Nein“ aus Liebe fühlt sich gar nicht mehr so bedrohlich an …

    „Wem sagst du Ja, obwohl du Nein meinst?“

    Generell fällt es mir (noch) nicht leicht „nein“ zu sagen, doch kann ich inzwischen sehr gut wahrnehmen, wenn ich ein „Ja“ ausspreche und ein „Nein“ spüre.


    Daran geknüpft ist wieder die bereits erwähnte Angst vor Ablehnung, und den Wunsch dem anderen kein unangenehmes Gefühl bescheren zu wollen. Auch wurschteln noch zwei weitere Gedanken mit ….
    
1. wenn ich nein sage, lasse ich den anderen im Stich (was bei mir noch verknüpft ist mit dem Gedanken, dann ein schlechter Mensch zu sein)

    2. nicht so wichtig zu sein

    Mich selbst wichtig zu nehmen fällt mir noch immer nicht leicht, obwohl ich mich durchaus darin übe. Immer wieder merke ich, dass ich Zeit für mich brauche, und mir dann bewusst Dunja-Zeit einräume. Fragt mich ein lieber Mensch dann, ob ich an dem Tag Zeit hätte, bleibe ich inzwischen bei meiner Verabredung mit mir, jedoch nicht ohne schlechtes Gewissen und mich zu erklären, denn eigentlich hätte ich ja Zeit.

    Wundervollerweise darf ich immer wieder die Erfahrung machen, dass sich die lieben Menschen in meinem Umfeld freuen, wenn ich mir Zeit für mich nehme und gut für mich sorge. Andersrum im übrigen auch 🙂

    Ganz selbstverständlich und ohne schlechtes Gewissen ein liebevolles „Nein“ auszusprechen fühlt sich, ganz wunderbar an. So erleichternd. So weich. So echt. Ich werde auf jeden Fall weiter üben. …

    Liebe Ina …. je öfter ich in Deinem Buch lese, umso leichter erscheint es mir, einfach ehrlich zu sein – ganz ohne Angst, einfach aus Liebe.

    Herzensgrüße,
    Dunja

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Dunja, das freut mich zu lesen, dass dir das Ehrlichsein immer leichter erscheint, je mehr du in UNVERSTELLT liest…

      Antworten
      • Dunja

        Liebe Ina, mir drängt sich gerade eine Frage auf, die mich dazu anregt, hier nochmals zu schreiben … Und ja, jetzt bin ich gnadenlos ehrlich und es fühlt sich etwas komisch an, mich hier mit all dem zu zeigen …

        Denn ich glaube ich hab eine entscheidende Beziehung vergessen, wenn es um das Thema Ehrlichkeit geht – die Beziehung zu mir selbst.

        Bin ich wirklich ehrlich zu mir selbst? Oder versuche ich, ganz unbemerkt, noch immer alles richtig zu machen? Im Außen?

        Durchaus ist es so, wie ich auch geschrieben hatte, wenn ich dein Buch lese, dann fühlt es sich so leicht an ehrlich zu sein … liebevoll ehrlich … Gerade kommt es mir jedoch so vor, als ob mir ehrlich sein bei mir selbst am allerwenigsten gelingt? Ja, als ob ich mich das gar nicht traue.

        Etwas verwirrte Grüße,
        Dunja

        Antworten
        • S.

          Liebe Dunja,
          das kann ich gerade so gut nachvollziehen was du schreibst. Ich habe in meiner Kindheit „gelernt“ oder interpretiert, dass meine Bedürfnisse nicht wichtig sind. Es ging mir nur noch darum, dass es meinen Eltern gut geht. Sie gut gelaunt sind, denn dann hatte ich meine Ruhe. Dann war es friedlich um mich, und das brauchte ich. Weil ich mich so sehr verbogen habe, wusste ich später nicht mehr wer ich bin und was ich eigentlich möchte oder brauche. Es hat eine ganze Weile gedauert mir zu lauschen und Stück für Stück wieder mit mir und meinen Wünschen in Kontakt zu kommen.
          Vielleicht magst auch du dir ein wenig Zeit lassen um dir zu lauschen?
          Nichts muss, alles darf.
          Fühl dich liebevoll gesehen auf deinem Weg. Danke fürs Teilen.
          Lichtvolle Grüße von Herz zu Herz
          Sabrina

          Antworten
          • Dunja

            Liebe Sabrina,

            ich danke dir von Herzen für deine lieben Worte … ganz besonders bei deinen Worten „Fühl dich liebevoll gesehen auf deinem Weg“ wird mir ganz warm ums Herz! Das tut so gut.
            Wie wertvoll und wohltuend es doch ist zu lesen und zu hören, dass man nicht alleine ist mit seinen Themen, dass man verstanden und gesehen wird.
            Und wie Mut machend es ist, zu lesen, wie von dir und von Ina, dass es euch bereits gelungen ist, dieses alte Muster zu durchbrechen …

            Sich wieder zu erlauben, sich selbst zu fühlen – was brauche ich jetzt? Was ist jetzt richtig für MICH? Und dazu zu stehen und danach zu handeln … die Vorstellung fühlt sich an wie ein inneres Aufatmen. Da geht’s lang, da möchte ich hin …

            Danke! … von Herz zu Herz!

        • Ina Rudolph

          Liebe Dunja, dieser Glaubenssatz war bei mir auch recht hartnäckig. Ich habe mich unglaublich angestrengt, weil ich dachte, wenn ich es richtig mache, dann kann mir keiner was. Wenn andere Menschen mein Richtig dann gar nicht so richtig fanden wie ich, konnte ich echt sauer werden. Ich hatte mir schließlich richtig Mühe gegeben!

          Im Buch frage ich ja auch: richtig für wen? Denn: können wir wirklich sicher wissen, was für andere richtig ist?

          Antworten
          • Dunja

            Liebe Ina,
            danke für Deine Rückmeldung. Du hast so recht … Richtig für wen? Diese Frage ist so wertvoll – sie sich immer und immer wieder zu stellen, um wieder herauszufinden, was für mich richtig ist und danach zu handeln.
            Denn in der Tat kann ich nicht wissen, was für andere richtig ist … daran kann man sich regelrecht abarbeiten.
            DANKE für diese magische Frage!

  13. Julia

    Waren die zwei Geschichten zum Nein-Sagen erhellend für dich?
    Jede der beiden Geschichten hat mich an eigene Situationen erinnert und hat die ablaufenden Mechanismen gut beleuchtet.
    Die Urlaubsgeschichte erinnerte mich an eine ähnliche Situation: in den Anfangszeiten unserer Beziehung fuhren mein Partner und ich mit einem Pärchen in den Urlaub, mit denen er befreundet war. Der Urlaub war eine Katastrophe. Ich habe so oft „ja“ gesagt, wo mir nach „nein“ zumute war, dass ich am Ende Mühe hatte, dass der Urlaub nicht eskalierte. Scheinbar habe ich das so gut hinbekommen, dass ein Jahr später erneut die Frage kam, ob wir mit ihnen in den Urlaub fahren würden. Da habe ich dann „Nein“ gesagt 🙂

    Wem sagst du Ja, obwohl du Nein meinst?
    Menschen gegenüber, mit denen ich in Verbindung bleiben will.
    Und damit leider mir selbst gegenüber. Indem ich Ja zum anderen sage und damit Nein zu meinen Bedürfnissen. Dabei sollte es umgekehrt sein.
    Auch hier gelernte Mechanismen, in der Kindheit war Verbindungsabbruch die Reaktion bei einem Nein von mir. Dieses Programm sitzt so tief, dass ich es nur langsam an den Wurzeln zu fassen bekomme.

    Wie würde es sich anfühlen, ein liebevolles Nein auszusprechen?
    Es würde sich ehrlich und authentisch anfühlen. Und frei und unabhängig.

    Welche Schuldgefühle tauchen auf, wenn du Nein sagen möchtest?
    Ich bin schuld, dass der andere sich nicht wohlfühlt. Ich bin schuld, dass meine Bedürfnisse nicht zum anderen passen. Ich bin schuld, wenn der andere die Verbindung abbricht. Ich bin schuld, wenn die Stimmung kippt.

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Julia, im Workshop zum Buch (du bist ja schon dabei) werden wir mal schauen, welche Formulierung zum Nein sagen für dich passen könnte. Eine Formulierung, die sich trotz aller übrigen Kindheitsprogramme machbar anfühlt und die niemandem eine Schuld gibt…

      Antworten
      • Julia

        Ich freu mich drauf 🙂

        Antworten

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