Warum wir Bestätigung brauchen – und was das mit unserer Ehrlichkeit macht…
Es gibt eine Ehrlichkeit, die leicht fällt. Und es gibt eine Ehrlichkeit, die sich fast unmöglich anfühlt. Der Unterschied liegt oft nicht in der Situation. Sondern in einem inneren Zustand: In Momenten, wo wir Bestätigung brauchen, wird es schwierig, ehrlich zu sein. Denn dann steht viel auf dem Spiel: Anerkennung, Zuneigung, Wertschätzung, Liebe. Und wer Angst hat, diese Dinge verlieren zu können, wird vorsichtig, passt sich an, bleibt lieber nett und strategisch. Ich kenne diesen Zustand sehr gut.
Warum wir Bestätigung brauchen
Viele von uns haben früh gelernt, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist. Dass man gemocht wird, wenn man freundlich und hilfsbereit ist, Verständnis hat, nicht widerspricht und keine Umstände macht. So kann ein inneres Muster entstehen: „Ich bin okay, wenn du mich bestätigst.“Und daraus folgt etwas sehr Menschliches: Wir sagen das, was uns Zustimmung bringt. Wir lassen das weg, was uns Ablehnung einbringen könnte. Wir zeigen nur Teile von uns. Und nennen das dann Rücksicht. Doch oft ist es keine Rücksicht, sondern Angst.
Wie sich das Bedürfnis nach Bestätigung im Alltag zeigt
Vielleicht erkennst du dich hier wieder:
- Du formulierst Dinge sehr vorsichtig, um niemanden zu verlieren
- Du sagst Ja, obwohl du innerlich Nein meinst
- Du bist besonders nett zu Menschen, von denen du Anerkennung willst
- Du hältst Kritik zurück, um gemocht zu werden
- Du passt dich an, selbst wenn es dich innerlich viel kostet
Wenn du Bestätigung brauchst, wird Ehrlichkeit zu einem Risiko. Dann kann jede Wahrheit zu einem Entzug dieser Bestätigung führen.
Warum Ehrlichkeit und Bedürftigkeit sich ausschließen
Ehrlichkeit braucht innere Stabilität. Sie braucht einen Ort in dir, der sagt: Ich bleibe bei mir – auch wenn du mich nicht bestätigst. Solange wir Bestätigung brauchen, sprechen wir nicht aus dem Herzen, sondern aus einem inneren Mangel. Wir sagen dann nicht, was wahr ist, sondern was sicher ist. Doch Sicherheit, die auf Anpassung beruht, fühlt sich leer an. Sie nährt uns nicht. Sie macht müde. Kannst du das fühlen?
Der Wendepunkt: Wenn du aufhörst, Bestätigung zu brauchen
Der Moment, in dem Ehrlichkeit leicht wird, ist nicht der Moment, in dem andere sich ändern. Es ist der Moment, in dem du es satt hast, dich zu verstellen, dich anzupassen oder dich zusammenzureissen. Der Moment, indem dir das „Bestätigung brauchen“ überholt vorkommt du spürst:
„Ich brauche deine Zustimmung nicht. Es ist mir sogar lieber, dass du aufrichtig mit mir bist. Ich möchte, dass du in meiner Gegenwart alles ehrlich ansprechen kannst, dass du dich nicht zurückhalten musst! Ich finde einen Weg, mit deiner Ehrlichkeit umzugehen und bin für mich da. Wenn mir etwas von dem, was du sagst weht tut, kann ich nachfragen, meine Gedanken überprüfen und mir mein:e beste:r Freund:in sein.“
Das heißt:
- Du schmeichelst nicht mehr
- Du manipuliert nicht mehr
- Du verbiegst dich nicht mehr
- Du sagst, was sich für dich wahr anfühlt – freundlich, klar, präsent – ohne etwas zu fordern oder Vorwürfe zu machen.
Und genau dann entsteht oft etwas Unerwartetes: Mehr Respekt. Mehr Nähe. Mehr Echtheit in deinen Beziehungen. Das bestätigt dir dann, dass du selbst für dich sorgen kannst. Du spürst, wie gut dir das tut und siehst, dass es auch den Menschen guttut, die dich umgeben!
Hier kannst du in UNVERSTELLT hineinlesen.
Das Buch bei Amazon.
Eine ehrliche Anmerkung zu deiner Rezension bei Amazon: Wenn du magst, schreib gern schonmal deine ehrliche Rezension auf Amazon. Ich überlege gerade noch eine Variante, wie wir gestaffelt die Rezensionen einstellen können, denn ich wurde mit meinen Loslassenbuch von Amazon schonmal zurückgestuft, als mehrere Leute gleichzeitig eine Rezension geschrieben haben. Und jede Rezension ist mir heilig. Einerseits, weil ich gern lese, ob mein Buch nützlich sein konnte und andererseits, weil mein Buch ohne lebendige Rezensionen vom Algorhytmus runtergestuft wird. Dann können andere Menschen es nicht mehr finden… und das wäre schade…oder?
Fragen für dich & unsere Leserunde:
- In welchen Situationen brauchst du besonders viel Bestätigung?
- Wie verändert das deine Ehrlichkeit?
- Welche Wahrheit hältst du zurück, um gemocht zu werden?
- Wie würde sich Ehrlichkeit anfühlen, wenn du innerlich stabil wärst?
- Was hat dir in dem ganzen Buch die Augen geöffnet, dich angeregt und vielleicht sogar schon zu mehr Ehrlichkeit geführt?
Du kannst diese Fragen als Anhaltspunkt nehmen, wenn du nicht weisst, wo du losschreiben sollst. Natürlich kannst du auch selber Fragen stellen oder etwas anderes zum Buch schreiben, was dich bewegt.
Los gehts:






Liebe Ina,
Liebe Leserunde,
– In welchen Situationen brauchst du besonders viel Bestätigung?
Im Zusammensein mit meiner Schwester verhalte ich mich sehr zurückhaltend. Ich habe Angst davor, dass sie wütend auf mich wird und ich dann nicht weiß, was ich sagen soll.
Es geht da wohl nicht so um Bestätigung, sondern eher um mein schwindendes Sicherheitsgefühl.
Ich habe ihr früher schon mal gesagt, dass ich Angst vor Streit und ihrer Wut habe. Also, das ist von mir offen angesprochen worden.
Trotzdem hat sich bisher nichts an meiner Angst ihr gegenüber geändert.
Da ist wohl noch ein anderer Glaubenssatz, der von mir untersucht werden muss.
– Was hat dir in dem ganzen Buch die Augen geöffnet, dich angeregt und vielleicht sogar schon zu mehr Ehrlichkeit geführt?
Mir hat besonders deine Ehrlichkeit und Offenheit gefallen. Es macht mir Mut, immer mehr ehrlich zu sein.
Vor allem erstmal mit mir ehrlich zu sein. Mir bewusst zu machen, was ich fühle, möchte und wo meine Grenzen liegen.
Mit meiner Freundin, die das Buch auch liest, bin ich jetzt noch ehrlicher und sie auch mit mir. Die Ehrlichkeit ist irgendwie ansteckend 😁. Es fühlt sich leichter und freier an.
Vielen Dank für das tolle Buch, liebe Ina.
Herzliche Grüße, Silke
Oh wie schön, dass ihr euch als Freundinnen mit dem ehrlichsein anstecken und beflügeln könnt! 🙂
Ich kennen auch eine Person, die früher schnell wütend wurde und ich habe mich dann auch zurückgehalten und ich habe keine chance auf ein warmes Miteinander gesehen. Mir kam dieses „schnell wütend werden“ wie eine Waffe vor, die sich jederzeit gegen mich richten konnte. Später habe ich erfahren, dass dies der Versuch dieser person war, sich zu schützen. Sie hätte meine Ehrlichkeit damals auch gar nicht nehmen können und hatte eine Riesenmauer um sich herum gebaut. Sie beschrieb später selbst, dass diese Mauer sie gar nicht geschützt hat, sonder nur vom Leben abgeschnitten. Und sie hat eine Weile gebraucht, um das zu erkennen….
Liebe Ina und liebe Leserunde,
bei Situationen in denen ich mich sehr unsicher fühle, halte ich mich eher zurück. Die Ehrlichkeit mit mir ist da, wird aber immer wieder durch Menschen im Außen wacklig … Dann verliere ich meine Mitte und die Zweifel haben mich im Griff. Da wieder zu mir zu finden ist schwer und hier vertraue ich manchmal meinen Gefühlen nicht. Wenn ich innerlich klar, stabil und ehrlich wäre, würde ich mich stärker fühlen – denke ich jetzt so. Ich halte manchmal Wahrheiten zurück gegenüber Menschen die mir wichtig sind, um sie nicht zu verletzen. Da denke ich wenn ich keinen Kommentar dazu abgebe, gehe ich dem Konflikt aus dem Weg.
Dein Buch, liebe Ina, ist von so einer klaren Ehrlichkeit, dass es mir auch Mut macht. Ich glaube, das lese ich ein paarmal bis es so richtig durchdringt bei mir. Danke!
Für mich ist Dein Buch sehr wertvoll und durch Deine persönlichen Erzählung UND die Erklärungen nah und hilfreich und mutmachend! Danke! Ich möchte mein Leben so gern auch so leben, und in einem Bereixh meines Lebens habe ich richtig Angst davor. Es wäre genial, wenn Du einen Onlinekurs zu unverstellt anbieten würdest! Liebe Grüsse, B.
Liebe Barbara, den Onlinekurs zum Buch gibt es. Schau mal hier: https://inarudolph.de/unverstellt-um-ehrlich-zu-sein/
Ich freue mich, dass das Buch für dich wertvoll ist! 🙂
Liebe Ina,
bei diesem Thema hilft mir meine Selbsterkenntnis weiter. Als individueller Mensch ist es mir zunächst einmal wichtig, nach meinen eigenen Werten und Gegebenheiten zu leben und mir die Anerkennung dafür selbst zu geben. Gesellschaft und Gruppe bedeuten mir nicht so viel, da kann ich mich gut abgrenzen und mein eigenes Ding durchziehen. Die Zwänge meiner Herkunftsfamilie habe ich im Rahmen einer Traumaintegration ebenfalls abgelegt, zumal das auf Seelenebene ohnehin eher unpassende fremde Menschen für mich waren und geblieben sind. Schwieriger wird es schon bei meiner eigenen Familie. Das sind Menschen, die mir viel bedeuten und die ich auf keinen Fall verlieren möchte. Da fühlt sich jeder Streit wie eine existenzielle Bedrohung für mich an. Und da ich mir meine Beziehungen selbst aussuche, sind es ja auch nicht so viele. Hier ist es gut, Menschen zu haben, die mich ermutigen, zu mir selbst zu stehen und mir das vorleben. Das funktioniert natürlich nicht immer und da sind dann eben auch die Schmerz- und Angstpunkte spürbar.
Dein Buch enthält verschiedene inspirierende Gedanken, die ich sehr hilfreich finde, um die eigene Perspektive zu weiten oder zu verändern – ganz praktisch in dieser oder jener Situation.
Liebe Solveig, ich freue mich, dass mein Buch dir helfen konnte, deine Perspektive zu weiten! 🙂
Kannst du dich bei den Menschen, die du liebst, mit deinen Schmerz-und Angstpunkten zeigen? Kannst du sie einweihen?
Liebe Ina,
gerade habe ich frei von der Leber weg geschrieben 😉 und vergessen, meine Mailadresse anzugeben, so dass beim Abschicken alles verloren gegangen ist. Nun bin ich genervt und habe keine Lust, es noch mal alles zu schreiben ;).
Somit versuche ich eine Kurzfassung (was ja vielleicht auch nicht schlecht ist 😉 ).
Dein Buch inspiriert mich sehr und ich übe mich schon fleißig. Oft mit ermutigenden Ergebnissen und ich habe Experimentierfreude entwickelt <3.
Ich habe auch entdeckt (ich beschäftige mich aktuell viel mit dem Thema Nervensystem und Nervensystemregulation), dass ich mich in mir selbst oft nicht sicher fühle und da, wo ich das Gefühl habe, mit dem Verlust einer Beziehung (oder auch nur mit Misstönen) nicht gut klarzukommen (weil mich z.B. Schuldgefühle oder Trauer darüber überkommen), überlege ich sehr gut, was ich sage und ob ich wirklich alles, was ich wahrnehme, ansprechen will.
Es braucht also für mich nicht nur, das Ehrlichsein zu üben, sondern auch: in mir selbst mehr Sicherheit zu schaffen, damit ich aus dieser klaren und liebevollen Zugewandtheit zu mir selber, auch die Kraft schöpfen kann, mit Zurückweisungen klarzukommen, daran nicht zu zerbrechen bzw. sie auch von meinen Schultern wieder heruntergleiten zu lassen, nicht ewiglich daran herumzukauen. Das ist vermutlich das, was du mit 'innerlich stabil' meinst. Womöglich darf ich also meinen Focus genauso sehr darauf setzen, innerlich stabil zu werden, wie darauf, ehrlich zu sein. Wobei das eine das andere wohl auch bedingt.
Hier jedenfalls hänge ich gerade noch bzw. tut sich einiges an Entwicklungspotenzial auf ;).
Liebe Kirstin, ich kann dich sehr gut verstehen, dass du genervt bist, wenn der ganze Text, den du geschrieben hast, nicht gespeichert wurde und du nochmal von vorne anfangen musst. Und danke, dass du das hier so ehrlich schreibst. Genervt sein habe ich lange an mir abgelehnt..
Ich kann mir auch vorstellen, dass „stabil sein“ und „ehrlich sein können“ sich gegenseitig bedingen. Ich habe vor allem festgestellt, dass ich nicht mehr so abhängig von anderen bin, wenn ich für mich sorgen kann. Das wollte ich lernen. Denn wenn ich von anderen nicht mehr so abhängig bin und für mich selbst sorgen kann, dann fühle ich mich stabil. 😉
Liebe Ina,
wie viel Bestätigung ich im Außen suche und „brauche“ hängt tatsächlich maßgeblich davon ab, wie es mir geht, wie gut ich mit mir selbst verbunden bin. An Tagen, an denen ich mich zB völlig übermüdet fühle, kann ich beobachten, dass ich schneller in alte Muster verfalle oder einem alten Glaubenssatz aufsitze, nicht so präsent bin. Ein Gefühl der Bedürftigkeit stellt sich schneller ein – ich fange an mich zu bemühen und bin wahrscheinlich genau in dem Moment schon raus, was die Ehrlichkeit angeht. Die alte Angst nicht mehr dazu zu gehören sitzt wieder auf meinem Schoß.
Welche Wahrheit hältst du zurück, um gemocht zu werden?
Lange Zeit habe ich mir nicht erlaubt auf jemand anderen sauer zu sein, oder mich verletzt zu fühlen, geschweige denn dies zu kommunizieren – Worte die ich dann an mich selbst richtete: „sei nicht so, steh da drüber, der andere meint es nicht so“. Verständnis für jegliches Verhalten anderer war an der Tagesordnung – für mich selbst gab es das hingegen nicht. Das lerne ich gerade wieder …
Alleine wenn ich mir vorstelle, in mir so stabil zu sein, dass liebevoll ehrlich zu sein für mich ganz normal ist, wird es in mir ganz weich. Fühle ich mich aufgeräumt. So wahrhaftig.
Dein Buch ist für mich wie ein sanftes wachrütteln, ein Wegweiser, hin zur liebevollen Ehrlichkeit. Es erscheint so leicht, und als die einzige Option. Im Vergleich fühlt sich alles andere ganz rau, kratzig und unbequem an. Sehr wertvoll war für mich auch die Leserunde hier. Die Fragen haben mich nochmals so viel tiefer in die Selbstreflexion geführt, und mir auf diese Weise nochmals mehr gezeigt, wie oft ich mich bislang an manchen Stellen nicht getraut habe ehrlich zu sein. Auch nicht zu mir selbst.
Momentan fühle ich noch eine Unsicherheit bezüglich der „richtigen“ Worte … kann ich meine Wahrheit immer so ausdrücken, dass ich klar für mich stehe und gehe und dennoch liebevoll ehrlich bin, so dass sich der andere nicht angegriffen fühlt? Fühl-Botschaften… kommt mir da gerade in den Sinn 🙂
Eine wunderbare Idee von Dir, liebe Silke, das ehrlich sein sozusagen fest zu verabreden.. Oder auch „einfach“ zu kommunizieren, dass ich mich ab jetzt in „ehrlich sein“ übe und auch die anderen um ebendieses zu bitten.
Und genau das werde ich auf jeden Fall tun … üben üben üben …. Bis „liebevoll ehrlich sein“ mein neues Normal wird.
Danke 🙂
Liebe Herzensgrüße,
Dunja
Liebe Dunja, ja, die richtigen Worte zu finden braucht auch etwas Übung. Ich brauche vor allem Zeit, diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion. Wie wäre es für dich, auch das offen auszudrücken und darum zu bitten, dir diese Zeit nehmen zu dürfen? Das führt oft auch zu Gesprächen, die so schön ruhig sind – weg von dem ganzen schnell-schnell in unserer Gesellschaft. Ich finde es oft so nährend, dass solche Gespräche noch möglich sein, auch wenn alle so eingespannt sind. Tiefe, ruhige Gespräche mit Zeit scheinen auch eins unserer Grundbedürfnisse zu sein. Damit wir nicht nur Informationen austauschen…
Liebe Ina, liebe Leserunde,
du Ina hast mir in diesem Buch gezeigt, dass ehrlich sein auch freundlich möglich ist. Dass hat etwas beruhigendes es zeigt mir was alles möglich ist wenn man sich damit auseinander setzen möchte. Ich habe noch einiges zu üben. Ich habe das Buch am Nachtisch liegen und lese immer wieder verschiedene Seiten vor dem Schlafen gehen. Gemocht werden mag wohl jeder, glaube ich jedenfalls. Es bedeutet aber nicht, dass man nicht ehrlich sein darf. Das habe ich hier im Buch gelernt. Meine Aufgabe ist es für mich zu erkennen was sind meine ureigenen Bedürfnisse und wie kann ich sie klar und liebevoll äußern. Hier habe ich noch einiges zu üben. Ich habe aber auch erkannt, dass ich nicht alleine bin. Danke an alle hier in der Leserunde ihr habt mir gezeigt, dass jeder von uns seine ganz eigenen Aufgabe mit dem Unterstellt sein hat. Ich wünsche uns allen gutes Gelingen, dass wir uns immer ein bisschen mehr unverstellt zeigen können, klar und dennoch freundlich. Ganz liebe Grüße an Alle. Eva🫂
Liebe Eva, ich freue mich auch darüber, wie freundlich wir alle in dieser Leserunde kommuniziert haben. Und dass einige von euch fühlen konnten, dass sie nicht alleine sind mit dem, was sie noch nicht können – aber über wollen. 🙂
Mir fällt es immer noch so schwer ehrlich zu sprechen um die Beziehung nicht zu belasten und um der lieben Frieden Willen.
Ich habe Angst andere zu verletzen und muss ehrlich sagen das ich auch noch schlecht mit Kritik umgehen kann.
Möglicherweise liegt da ein altes Trauma drunter.
Was ich aber feststelle ist, das ich wenn ich mich mit Menschen sicher fühle ich auch offener und ehrlicher sprechen kann.
Ich bleibe daran und habe noch ein paar Kapitel im Buch vor mir.
Ich bin gespannt was ich mir noch mitnehmen kann.
Danke
Melanie
Liebe Melanie, ich verstehe, dass du andere mit deiner Ehrlichkeit nicht verletzen möchtest – das möchte ich auch nicht. Könntest du dir vorstellen, deinem gegenüber zu sagen, dass du mit einer Sache gern ehrlich wärest, dir das schwer fällt, du keine Übung darin hast, dass du es aber mal ausprobieren möchtest? Dass du denjenigen auf keinen Fall verletzen möchtest, dass diese Person dir wichtig ist und ob es ok ist, dass du dir Zeit nimmst dafür, weil es noch so neu ist und du üben möchtest, nur von dir zu sprechen?
Kannst du dir so einen ersten Schritt vorstellen?
In welchen Situationen brauche ich besonders viel Bestätigung?
Besonders in Momenten, in denen ich mich abgrenze oder nicht so funktioniere, wie es von mir erwartet wird.
Wie verändert das meine Ehrlichkeit?
Ich sage nicht direkt Unwahres, aber oft nicht das Ganze. Ich formuliere weicher, halte Gefühle zurück oder passe mich an.
Wie würde sich Ehrlichkeit anfühlen, wenn ich innerlich stabil wäre?
Weniger erklärend, weniger rechtfertigend.
Ich könnte sagen, was wahr ist, ohne Angst vor den Reaktionen der anderen.
Was hat mir im Buch die Augen geöffnet oder mich zu mehr Ehrlichkeit geführt?
Die Erkenntnis, wie oft ich Verantwortung für die Gefühle anderer übernehme und wie sehr mich das erschöpft.
Hallo liebe Dorit, ich glaube: zu erkennen, was mich erschöpft ist schon ein wichtiger Schritt um eine Veränderung anzustoßen. Wenn ich etwas verändern möchte, was mir nicht so leicht fällt, frage ich mich manchmal, was ein minikleiner Schritt in diese Richtung sein könnte, der mir nicht schwer fällt. Dann mache ich ein paar von diesen minikleinen Schritten, bis ich mich an größere wage. Wäre das auch etwas für dich?
Liebe Ina
Beim Lesen des Blogartikels wurde mir sofort klar, dass ich oft Bestätigung möchte, damit ich mich sicher fühle (Mein Gedankengang: Bestätigung = ich werde nicht ausgegrenzt = ich bin in Sicherheit) .
Folglich wäre, dass wenn ich mich schon sicher in mir fühlen würde, dass ich dann die Bestätigung von aussen nicht mehr unbedingt brauche. Ich werde sicher noch den Glaubensatz „wenn ich Bestätigung von aussen erhalte, bin ich sicher“ noch hinterfragen ;-).
Aufgrund dem Lesen Deines Buches und mich mit diesem Thema zu beschäftigen, habe ich einer Kollegin letzte Woche einen Termin (gemeinsamer Besuch einer Veranstaltung) mit ehrlichen Worten abgesagt. Es hat sich sehr gut angefühlt, ehrlich zu sein und für meine Bedürfnisse einzustehen.
Liebe Grüsse
Doris
PS: Die Rezension auf Amazon habe ich letzten Sonntag reingestellt 🙂
Liebe Doris, ich danke dir für deine Rezension! 🙂 Das hilft mir, das Buch etwas bekannter zu machen.
Und wie schön, dass du bereit bist, deinen Glaubenssatz zu überprüfen. Schreib doch gern mal, was du erkennen konntest (wenn du magst)! 🙂
Liebe Ins, das war das Kapitel im Buch, was mich am meisten berührt hat.
Ja, ich will gemocht werden und halte dann oft zurück, was mich stört und ärgert, weil ich nicht zu mir stehen kann und Angst habe, abgelehnt zu werden. Was dazu führt, das ich Ärger in mich hineinfresse, bis es dann irgendwann aus mir rausplatzt.
Am meisten Bestätigung und Anerkennung brauche ich bei der Arbeit und eigentlich immer … bei Entscheidungen, beim Aussehen und wenn ich eine Meinung äußere. Ich verliere mich dann total und weiß selber gar nicht mehr, was mir wichtig ist. Richte mich oft nach den anderen.
Wäre toll, wenn ich im Gespräch bei mir bleiben könnte und frei und unbelastet von mir erzählen könnte.
Da helfen mir sicher die Übungen aus dem Buch, also auch die Work mit belastenden Überzeugungen oder Gedanken.
Sorry für den Tippfehler! Meinte natürlich „Liebe Ina!“
😉
Liebe Corry, ja, die Übungen aus dem Buch können helfen und auch, dass du schon so klar weisst, woran es liegt, kann hilfreich sein. Als ich anfing, mich für Lebenshilfethemen zu interessieren (vor ca. 30 Jahren) waren alle meine Bedürfnisse und Muster noch unbewusst und es hat lange gedauert, bis ich bereit war, wirklich hinzuschauen und sie bewusst zu machen. Und wenn du magst, könntest du ja damit beginnen, dich selber zu fragen, wie du dein Aussehen findest, ob du deine Meinung wirklich vertreten kannst etc. Einfach bevor du die anderen fragst. Du müsstest also nicht gleich damit aufhören, andere zu fragen und schiebst davor nur eine Selbstbetrachtung ein. Könnte das etwas für dich sein?
Hallo Ina, ja! Das klingt super hilfreich! Werde ich probieren! Übrigens habe ich gerade meine Rezension in Amazon unter dem Pseudonym „Cora Marple“ verfasst. Bis heute Abend, freu mich!
Danke, liebe Corry! 🙂
Liebe Ina, liebe Leserunde,
beim Lesen deines Buches wurde mir klar, dass ich die Manipulationsstrategien zum Abfischen von Bestätigung, von denen du oben sprichst, perfekt draufhabe und im Akkord angewendet habe, bevor ich THE WORK für mich entdeckte. Stressvermeidung aus dem Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe heraus, das ist bei mir früher, vor allem in der Schule, eine Hauptmotivation gewesen.
Ich fragte mich beim Lesen deines Buches, warum dieses Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung so dermaßen existentiell ist, dass es viele von uns so süchtig macht und mich früher auch. Ich erinnere mich an einen Vortrag, den ich vor ein paar Jahren online vom Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther hörte. Er beschrieb, dass wir unfertig zur Welt kommen und darauf angewiesen sind, von unseren Eltern, insbesondere der Mutter, beachtet und versorgt zu werden. Das geht als Baby entweder durch Schreien oder durch Lächeln (also durch soziale Manipulation) – andernfalls hätte man uns schon in der Neandertaler-Höhle hilflos liegen lassen. Ohne Muttermilch, ohne Körperwärme, ohne den Schutz der Horde, das wäre der sichere Tod gewesen. Wenn wir Bestätigung oder Lob bekommen, ist die entsprechende Hirnregion, unser archaisches Belohnungssystem, richtig unter Feuer: Wir fühlen uns wohlig und geborgen, wenn wir den „Stoff“ , positive Aufmerksamkeit, bekommen, der in grauer Vorzeit unsere Versorgung, die Zugehörigkeit zu unsere Gruppe, also unser Überleben sicherte.
Zum Glück können wir uns heute etwas Warmes anziehen, die Gemeinschaft einer Gruppe aktiv suchen, uns die Milch selbst kaufen und Karate lernen. Der Säbelzahntiger steht auch nicht mehr vor unserer Höhlentür. Aber diese uralten Muster sitzen heute noch fest in unserem Kopf und bestimmen unser Handeln nach wie vor, wenn wir sie uns nicht bewusst machen. Faszinierend.
In meinem Job als Chefredakteurin bekam ich viele Jahre lang sehr viel Lob und Bestätigung, ab und zu aber auch heftige Kritik. Irgendwann relativierte sich beides, denn es war jeweils aus der Sicht des Absenders gesprochen oder geschrieben worden, mit mir hatten beide Pole von emotionsstarken Rückmeldungen oft kaum etwas bis gar nichts zu tun. Beides versetzte mich irgendwann nicht mehr in Wallung, wunderbar. Ich wusste und weiß selbst, ob etwas gelungen war oder nicht. Der kreative Flow und das Glücksgefühl bezüglich meines Könnens war mir letztlich Bestätigung genug und ist auch heute wichtiger als alles die Bewertung von außen.
Noch wichtiger als Bestätigung ist mir heute im Freundeskreis, dass es überhaupt Reaktionen gibt, wenn ich etwas in Richtung eines Dritten sende. Kommen die nicht, frage ich freundlich, aber direkt nach. Das irritierte schon manche Freundin. Sie empfanden es als Affront. Es ist einfach nicht üblich, seine Bedürfnisse klar zu äußern. Ich möchte aber auch wahrgenommen werden und nicht ausschließlich als empathische Empfängerin von Botschaften und Geschichten anderer dienen, was mir immer wieder passiert, weil ich meinem Empfinden nach oft mehr Interesse an anderen habe als sie an mir. Das akzeptiere ich, muss mich aber in einseitigen Beziehungen nicht für drei Tropfen Muttermilch, siehe oben, verbiegen. Dein Kapitel über das Monologisieren deines Vaters fand ich diesbezüglich besonders erhellend.
Meine Ehrlichkeit dazu kostete schon Freundschaften, das war aber für mich in Ordnung, denn die Balance von Geben und Nehmen war dann schon länger nicht mehr gegeben. Ich muss das einseitige Empfangen und das laufende einseitige Bestätigen anderer nicht ertragen bzw. abliefern, um nicht verlassen zu werden. Mein Gegenüber darf das Bedürfnis nach ganz viel Output und Selbstdarstellung haben – ich bin aber ebenso wichtig und darf ebenfalls gesehen werden wollen. Gleiches Recht für alle!
Ich muss weder unkompliziert sein, noch müssen mich alle mögen. Jede ist herzlich eingeladen, mich unmöglich, anstrengend, unangepasst oder xy zu finden. Ihr Bild von mir beruht auf ihrem subjektiven Blick und der ist ihre Angelegenheit, nicht meine. Frei nach dem Motto: Was kratzt es eine Eiche, wenn sich eine Sau an ihrer Rinde reibt? Ein wunderbares Gefühl innerer Unabhängigkeit.
Dein ganzes Buch war für mich eine einzige Einladung zur Selbstreflektion in Sachen unverstellter Ehrlichkeit. Einfach großartig! Ich danke dir von Herzen dafür.
Viele liebe Grüße an dich und in die Runde,
Susanne
Liebe Susanne, ich danke dir für deine warmen Worte und freue mich, dass du mit dem Buch so viel anfangen kannst! 🙂
Mich hat die Arbeit mit THE WORK immer tiefer zu mir und der unfassbaren Fülle, die bereits in mir wohnt, geführt. Ich bin gern mit mir alleine und habe das Gefühl, dass es aufgehört hat, dass ich von Anderen etwas brauche. Ergo klette ich auch nicht an Freundschaften. Für mich ist es in Ordnung, wenn wir uns eine Weile begleiten, voneinander lernen (auch indirekt) und unsere Wege sich dann wieder trennen. Ich empfinde das als den Fluss des Lebens, dem ich mich immer tiefer hingeben möchte…
In welchen Situationen brauchst du besonders viel Bestätigung?
Ich brauche besonders viel Bestätigung in Situationen, in denen ich nicht machen will, was ich machen soll.
Und auch in Situationen, in denen ich mich unbewusst in die Angelegenheiten anderer begebe, für sie mitdenke, mich ihnen anpasse, mich auf sie einstelle. Weil irgendwas in dem Moment in mir schon wahrnimmt, dass da was nicht passt…
Wie verändert das deine Ehrlichkeit?
Ich bin nicht ehrlich, ich bin nicht authentisch. Nicht der Person gegenüber, deretwegen ich mich anpasse. Und vor allem nicht mir selbst gegenüber, weil ich etwas mache, das eigentlich nicht meine Angelegenheit ist oder das ich gar nicht machen will. Ich erlaube mir nicht „Nein“ zu sagen und spiele stattdessen mit. Das ist nicht ehrlich. Und kostet noch dazu jede Menge Kraft. Und dann lasse ich mich fremdsteuern, gebe die Kontrolle ab, überlasse dem Autopilot die Entscheidungen.
Welche Wahrheit hältst du zurück, um gemocht zu werden?
Ich halte mein Nein zurück, meine Authentizität. Um in Verbindung zu bleiben. Um in Sicherheit zu bleiben.
Wie würde sich Ehrlichkeit anfühlen, wenn du innerlich stabil wärst?
Wenn ich innerlich stabil bin, erlaube ich mir Ehrlichkeit. Wenn ich Kontakt zu meinen Bedürfnissen habe, dann kann ich besser einschätzen, warum ich gerade etwas tue. Dann sehe ich klarer. Wenn ich innerlich stabil bin, dann fühlt sich Ehrlichkeit satt und undiskutierbar an. Dann habe ich das Steuer in der Hand und handele selbstbestimmt.
Was hat dir in dem ganzen Buch die Augen geöffnet, dich angeregt und vielleicht sogar schon zu mehr Ehrlichkeit geführt?
Das Buch hat mich angeregt genauer hinzuschauen, warum ich auf welche Weise in bestimmten Situationen reagiere. Ich betrachte einige Situationen nochmal im Nachheinein und überlege, welches Bedürfnis ich mir mit meiner Reaktion erfüllt habe. Ich beobachte und fühle hin. Ich überlege, ob vielleicht in einer kommenden ähnlichen Situation andere Strategien möglich und hilfreich wären. Mich beschäftigt vor allem die Unehrlichkeit mir selbst gegenüber, wenn ich nicht authentisch bin.
Liebe Ina, danke, dass Du so intensiv auf unsere Antworten eingehst und danke für all Deine wertvollen Anregungen.
Ich habe z. B. so oft das Bedürfnis in meinem Anliegen verstanden zu werden. Ursache hierfür ist meines Erachtens, dass ich mir unsicher bin, ob es okay ist, etwas für mich zu wollen oder zu beanspruchen. Dann hätte ich gerne die Zustimmung von aussen. Wenn diese nicht kommt, bin ich enttäuscht oder es kommt zu Reibereien. Sehr kraftvoll empfinde ich es, wenn ich mich klar äussere und zu mir stehe. Ich zeige mich, erwarte nicht automatisch Zustimmung und Verständnis. Immer wieder merke ich, dass dies ein guter Weg ist – damit kommen auch die anderen besser klar. Leider kann ich am Sonntag nicht teilnehmen. Liebe Grüße
Liebe Gabriele, wäre es nicht auch wunderbar ehrlich, andere daran teilhaben zu lassen, dass du das Bedürfnis hast, verstanden zu werden? Zu erzählen, dass du unsicher bist, ob es okay ist, etwas für dich zu wollen und ob dein Gegenüber das auch kennt? Du könntest den anderen, wenn du bereits so offen warst, auch bitten, irgendeine Zustimmung zu dir zu finden. Vielleicht kann derjenige nicht allem zustimmen, was du gerade gesagt hast, aber Teilen davon?
Liebe Julia,
du schreibst: „Welche Wahrheit hältst du zurück, um gemocht zu werden?
Ich halte mein Nein zurück, meine Authentizität. Um in Verbindung zu bleiben. Um in Sicherheit zu bleiben.“
Bist du denn wirklich in Sicherheit in solchen Momenten? Oder gibt es dafür vielleicht ein anderes Wort? Oder ein genaueres? Und bist du denn in Verbindung, wenn du dein Nein zurückhältst? Oder könntest du auch diese „Verbindung“ genauer benennen?
Wie wir etwas nennen, kann unsere Beziehung und unser Verständnis zu dieser Sache bestimmen. Glaube ich, dass ich in Verbindung bin, wenn ich mein Nein zurückhalte, will ich diese Verbindung natürlich nicht gefährden. Ich konnte irgendwann mal feststellen, dass ich mich eher in einer früheren Definition von Verbindung befinde, die sich auch recht starr anfühlt, da ich spüren konnte, dass irgendetwas davon überholt ist…
Liebe Ina,
es passt zwar thematisch nicht hier her ;), aber ich möchte es doch unbedingt schreiben ;)…..
Ich bin so begeistert von dem Kapitel mit dem Glaubenssatz: Ich muss um jeden Preis ehrlich sein.
Ich finde, du hast so wohltuend und auch weise differenziert und ich habe viel für mich daraus mitgenommen.
Herzlichen Dank <3.
Dankeschön! Ich finde, es passt gut hierher… 😉
Liebe Ina, vielen Dank für dein wunderbares Buch, dass so ganz unverstellt ist. Neben den wunderbaren, lebensnahen und humorvollen Beispielen gefallen mir die konkreten Anleitungen sehr gut. Als ich das Buch aus der Hand gelegt habe, konnte ich direkt in ein besseres Leben starten. Ehrlicher mit mir, ehrlicher mit anderen und grosszügig mit der ganzen Welt. Ein Buch, dass mehr Gelassenheit und Frieden in die Welt bringt! Ein Trainingsweg der lohnt. Danke, dass du es in die Welt gebracht hast.
Hallo liebe Ute, ich danke dir für deine warmen Worte! Ich habe das Buch tatsächlich auch sehr gern geschrieben – es war ein Genuß! 🙂