Wie Ehrlichkeit den Weg in eine authentische Partnerschaft öffnet

 Eine authentische Partnerschaft – wie kann das gehen?

Partnerschaft hat viele Gesichter. Für manche ist es eine Liebesbeziehung, für andere eine Ehe, eine Freundschaft, eine berufliche Zusammenarbeit oder eine tiefe Verbindung zu einem Menschen, mit dem man viel Zeit teilt. Was all diese Formen verbindet, ist eine stille Sehnsucht: wirklich gesehen zu werden. Und genau hier beginnt die Frage, die mich seit vielen Jahren begleitet – nicht nur privat, sondern auch in meiner Arbeit:

Was braucht es für eine authentische Partnerschaft?

Viele Beziehungen funktionieren erstaunlich gut. Man versteht sich. Man organisiert Alltag. Man ist höflich, aufmerksam, rücksichtsvoll. Und doch gibt es manchmal dieses leise Gefühl: Irgendetwas fehlt. Nicht, weil der andere falsch ist. Sondern weil man selbst nicht ganz da ist. Eine authentische Partnerschaft entsteht nicht dadurch, dass zwei Menschen konfliktfrei miteinander umgehen. Sie entsteht dadurch, dass beide bereit sind, sich zu zeigen – auch dort, wo es unbequem wird.

Warum Ehrlichkeit der Prüfstein jeder authentischen Partnerschaft ist

In meinem Buch habe ich sehr offen über meine eigene Partnerschaft geschrieben. Ich wollte nicht zeigen, wie perfekt sie ist, sondern wie ehrlich sie ist. Aus meiner Sicht hat diese Beziehung nur deshalb eine echte Zukunft, weil ich mich immer wieder zeige. Mit allem, was sich für mich stimmig und auch nicht stimmig anfühlt. Mit meinen Wünschen und meinen Bedürfnissen. Zum Beispiel mit meinem Bedürfnis nach weniger Alltagskruste. Ich spüre deutlich, so möchte ich leben.  Ich möchte eine Verbindung, die nicht nur funktioniert, sondern sich wahr anfühlt. Ich spreche das aus. Ich fordere nicht und mache keine Vorwürfe. Ich berichte von meiner Wahrheit.

Und genau das macht den Unterschied. Ich zeige mich mit dem, was in mir los ist. Ich beginne authentisch zu sein und ermögliche damit, dass eine authentische Partnerschaft entstehen kann. Wenn sie nicht entsteht, konnte ich wenigstens meine eigene Authentizität genießen. Ja, das ist ein Genuss. Ich gehe nicht ab von dem, was ich bin, was sich in mir wahr anfühlt. So gebe ich meinem Partner die Möglichkeit mich zu sehen, wie ich wirklich bin. Nur so kann er mich auch lieben, wie ich wirklich bin. Und dass ist doch, was wir alle ersehnen, oder? Wir wollen gesehen, angenommen und geliebt werden, wie wir wirklich sind. 

Sich zeigen heißt: Beziehung nicht um jeden Preis am Leben halten

Wenn ich mich zeige, ermögliche ich, dass wir lebendig bleiben.
Dann können wir:

  • gemeinsam Lösungen finden, mit denen wir uns beide wohlfühlen
  • uns wirklich kennenlernen
  • prüfen, ob wir uns in wichtigen Punkten wirklich begegnen
  • oder auch erkennen, dass wir uns mögen, aber für eine tragfähige Beziehung zu wenig Übereinstimmungen haben

Das ist für mich kein Scheitern. Das ist Klarheit. Eine authentische Partnerschaft braucht nicht jahrelanges Abarbeiten, stilles Leiden oder Anpassung bis zur Selbstverleugnung. Sie braucht Mut zur Wahrheit – möglichst früh. Denn: wie anstrengend ist eine Beziehung, die nur deshalb weiterläuft, weil niemand ehrlich sein will?

Warum wir in Beziehungen so oft schweigen

Die Gründe sind fast immer dieselben:

  • Angst, den anderen zu verlieren
  • Angst, zu viel oder falsch zu sein
  • Angst, die Harmonie zu stören
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst, es (mal wieder) nicht geschafft zu haben

Doch Schweigen schützt keine Beziehung. Es verzögert nur die Wahrheit. Und je länger wir warten, desto größer wird der innere Abstand. Eine authentische Partnerschaft entsteht dort, wo beide sagen dürfen: So bin ich. Das brauche ich. Das fühlt sich für mich nicht stimmig an. (ohne schon Lösungen parat haben zu müssen)

Was passiert, wenn du ehrlich wirst

Viele Menschen befürchten, dass Ehrlichkeit Beziehungen zerstört. Und das liegt vielleicht daran, dass sie noch nicht wissen, WIE sie ehrlich sein können, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen oder ihn gar zu verlieren. Meine Erfahrung ist eine andere: Ehrlichkeit sortiert. Sie klärt. Sie vertieft – oder beendet, was ohnehin nicht getragen hätte. Und beides ist wertvoll. Denn eine Partnerschaft, die nur hält, weil man sich nicht zeigt, ist keine authentische Partnerschaft. Sie ist eine Übereinkunft aus Angst.

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Fragen für dich – und für unsere Leserunde:
Wenn du magst, nimm dir einen Moment und beantworte diese Fragen in den Kommentaren, oder schreib einfach drauflos, was du zu diesem Thema sagen möchtest 😉

  • Wo zeigst du dich in deinen Beziehungen noch nicht ganz?
  • Welche Wahrheit sprichst du nicht aus, um die Verbindung nicht zu gefährden?
  • Was würde sich verändern, wenn du dich mit deinen Bedürfnissen zeigen würdest? (Ohne zu fordern oder Vorwürfe zu machen)
  • Wie würde eine authentische Partnerschaft für dich aussehen?
  • Wo bist du gerade im Buch – und was hat dich besonders berührt?

Über Ina Rudolph

Zwanzig Jahre hat sie als Schauspielerin gearbeitet, dann lernte sie THE WORK kennen und lieben. Sie schreibt Bücher darüber, gibt Seminare, und hilft Menschen in Einzelsitzungen, bessere Perspektiven zu sehen als Kummer und Schmerz. Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben Sie doch eine Nachricht über das Kontaktformular.

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43 Kommentare

  1. Silke

    Hallo liebe Ina,
    Ich lebe alleine und kann deswegen nicht über Partnerschaft sprechen.
    Insgesamt habe ich wenig Kraft/Energie. Das versuche ich bei Treffen/Kontakten zu verbergen. Ich spiele die Starke und Nette.

    Ich merke es selbst erst hinterher (wenn ich wieder alleine bin), wie anstrengend alles war. Während des Treffens funktioniere ich irgendwie.

    Herzliche Grüße
    Silke

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Silke, ja das klingt anstrengend und ich kenne das aus meiner Angstphase, die ich vor 25 Jahren hatte (hat vier Jahre gedauert) Ich habe mich für diese Angst so geschämt, dass ich nicht wollte, dass irgendjemand das mitkriegt. Dadurch wurde es noch schlimmer und schwieriger. Erst als ich bereit war, mich anderen mit der Angst zu zeigen, durfte sie endlich da sein, wurde dann auch von mir willkommen geheißen und diese Erlaubnis hat sie besänftigt. Bei mir gab es keinen Ausweg mit der Strategie, die Nette und Starke zu spielen. Siehst du einen?

      Liebe Grüße
      INA

      Antworten
      • Silke

        Nein, ich sehe da auch keinen anderen Ausweg!!!

        Mich ehrlich mitzuteilen ist der Weg.

        Ich werde es tun!

        Antworten
        • Eva

          Liebe Ina,
          ich bin seit 39 Jahren verheiratet. mein Mann war und ist seit Anfang an immer sehr ehrlich gewesen. Zu Beginn war ich oft schockiert wie brutal ehrlich er gesagt hat was und wie es ihm gerade in der Beziehung geht, heute schätze ich dass sehr. Wir reiben uns immer noch aneinander und ich habe früh in der Beziehung lernen müssen zu sagen wie es mir gerade und was ich fühle, er hat es schlichtweg eingefordert. Wir haben uns unsere Freiräume geschaffen und ich habe gelernt den anderen auch Mal so sein zu lassen wie er ist. Es gibt immer noch Situation du uns sehr forden und uns an unsere persönlichen Grenzen bringen. Gerade verändert sich unsere Beziehung durch eine schwere Erkrankung meines Mannes. Hier lerne ich gerade was er als übergriffig empfindet und was nicht, wie immer sehr direkt. Ehrlichkeit war nie unser Problem in der Beziehung wohl aber das wie. Mein Mann war nie ziemlich in seinen Äußerungen heute klappt dass besser. Liebe Grüße Eva

          Antworten
          • Ina Rudolph

            Liebe Eva, es tut mir leid, dass dein Mann schwer erkrankt ist…
            Wenn jemand eine ganz andere Art zu kommunizieren hat als ich, braucht es manchmal eine Art Übersetzung. Ich habe ja eine automatische Übersetzung, (also die At wie ich verstehe, was der Andere sagt) und was ich dann oft mache, ist nachfragen. Ich sage, was ich verstanden habe, von dem Gesagten, der begleitenden Mimik, Gestik und frage dann: „meinst du, dass…..“

            Dann kann der Andere sich nochmal äußern, ich kann nochmal nachfragen, bis wir das Gefühl haben, uns verstanden zu haben. Wenn mein gegenüber genervt ist, dass ich ihn nicht auf Anhieb verstehe, sage ich dazu, dass ich frage, weil ich ihn besser verstehen möchte, nicht weil ich Lust habe, den anderen zu nerven … 😉

            Wenn ich glaube, den anderen verstanden zu haben, experimentiere ich ein bisschen und frage immer nach, ob er das so gemeint hat. Das wird meist auch lustig, heiter und wir sind uns dann sicher, dass wir uns verstehen und jederzeit nachfragen können.

            Ist irgendetwas, was ich geschrieben habe, hilfreich für dich?

          • Eva

            Hallo Ina, ja dass was du geschrieben hast ist hilfreich. Danke dir. 🫂

  2. Corry

    Hallo Ina, in der Partnerschaft kann ich mich eigentlich schon recht gut zeigen. Ich halte mich nur etwas zurück, was meine Spiritualität betrifft und auch mein Interesse an der Esoterik. Damit kann er halt gar nichts anfangen und da verzichte ich dann ihm zuliebe auf den einen oder anderen Termin, weil er das nicht nachvollziehen kann.
    Die Wahrheit, die ich nicht ausspreche, ist, dass mir oft die Verbundenheit fehlt und Dinge aktiv gemeinsam zu unternehmen, obwohl ich oft selbst sehr faul bin 😉 aber manchmal finde ich es etwas langweilig. Hab aber auch keine konkreten Vorschläge bis auf einen gemeinsamen Kochkurs. Deswegen habe ich bisher nichts gesagt. Ich weiß ja leider auch selber oft nicht, was ich gerne möchte und ich neige wohl auch dazu, mich selbst zu belügen bzw mir was vorzumachen.
    Ich habe Angst, ihn zu überfordern, wenn ich das alles klar sage und dass sich am Ende dann doch nichts ändert, ausser dass er dann von meiner Unzufriedenheit weiß und sich vielleicht hilflos fühlt.
    Ich finde es toll, wie du in dem Kapitel mit deinem Prinzen sprichst. Ich hätte vor so viel Ehrlichkeit eher Angst! Denn, wenn er mit meinen Kommentaren nichts anfangen kann, sind wir so schlau wie vorher und ich müsste am Ende meinen Hut nehmen, weil ich mir gegenüber konsequent sein muss?
    Klingt etwas kompliziert, ist es auch! Also in meinem Kopf.
    Das Buch hab’s ich schon lange durch und am meisten das Kapitel „Bestätigung durch andere“ berührt, weil das genau mein Thema ist, dass ich Dinge überhaupt erst richtig wahrnehmen oder fühlen kann, wenn es durch andere bestätigt wird!

    Viele Grüße in die Runde!
    Corry

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Corry, wenn ich Themen habe, von denen ich weiß, das mein Prinz nicht so viel damit anfangen kann, sage ich sowas wie: ich will es dir nur erzählen… du musst nichts damit anfangen können… das nimmt meist den Druck raus und er sagt dann meist auch, wenn er genug hat von dem Thema. 🙂 Ich finde es völlig ok, dass er nicht mit allem etwas anfangen kann, was in mir lebendig ist. Umgekehrt gibt es ja auch Interessen auf seiner Seite, die ich mir zwar anhören kann, die mich ehrlich gesagt, aber nicht berühren…

      Du schreibst, dass sich durch deine Ehrlichkeit vielleicht am Ende ja doch nichts ändert…. Ich finde, dass sich in meiner Entspanntheit etwas ändert, wenn ich mein Thema nicht zurückhalten muss. Und ich muss ja nicht ellenlang über etwas sprechen, wenn es ihn nicht interessiert. Fünf Minuten sind auch schick… Kannst du dir das vorstellen, dass sich zuerst in dir etwas ändert, weil du nichts zurückhalten musst und dadurch ändert sich indirekt etwas zwischen euch?

      Antworten
      • Corry

        Ja, das klingt gut. Allerdings mit Blick auf die mir häufig fehlende Verbundenheit ist das in meinen Augen keine Lösung. Denn ich bekomme mein Bedürfnis nach mehr Nähe und Verbundenheit ja nicht dadurch gelöst, dass ich es nur klar ausspreche.

        Antworten
        • Julia

          Als ich Deine Beschreibung gelesen habe, Corry, dachte ich, Du schreibst über mich. Und Du hast recht: auch ich bekomme mein Bedürfnis nach mehr Nähe und Verbundenheit nicht dadurch gelöst, dass ich es klar ausspreche.
          Und gleichzeitig zeige ich mich ihm gegenüber authentisch. Gleichzeitig gebe ich ihm die Chance, es und mich zu verstehen und gemeinsam mit mir an einer Lösung zu arbeiten.
          Ich mache gerade gute Erfahrungen mit Zwiegesprächen in unserer Partnerschaft. Ich übe dabei mich authentisch zu zeigen. Wie Du auch befürchte ich ständig, dass er mit meinen Befindlichkeiten nichts anfangen kann und ich am Ende konsequenterweise die Beziehung beenden muss. Und ich stelle fest: er denkt anders, er braucht mehr Zeit darüber nachzudenken.
          Und ich weiss immer noch nicht wo wir landen und ob das der richtige Weg ist.
          Und was ich bemerke ist, was Ina schreibt: ich traue mich mehr, ich probiere mehr und das macht es für mich leichter.

          Antworten
          • Corry

            Lieben Dank, Julia für deinen lieben Beitrag!! Das inspiriert mich sehr und macht mir Mut! Ich werde es dann doch mal in einem ruhigen Moment ansprechen! Fühlt sich dann wahrscheinlich authentischer an, wenn man es mal angesprochen hat!

          • Ina Rudolph

            🙂

          • Ina Rudolph

            🙂

      • Dorit

        Wo zeigst du dich in deinen Beziehungen noch nicht ganz?

        Ich merke, dass ich mich oft dort zurücknehme, wo es um meine Bedürfnisse und Grenzen geht. Ich bin sehr aufmerksam für die Gefühle der anderen, spüre schnell Stimmungen und reagiere darauf, manchmal schneller als auf mich selbst. Dadurch zeige ich mich nach außen ruhig, verständnisvoll und angepasst, während innerlich Dinge ungeklärt bleiben.

        Welche Wahrheit sprichst du nicht aus, um die Verbindung nicht zu gefährden?
        Die Wahrheit, dass mich genau dieses Zurücknehmen müde macht. Dass ich mir mehr echtes Gesehenwerden wünsche und weniger Harmonie auf meine Kosten. Ich halte diese Wahrheit oft zurück, aus Angst, als zu sensibel oder fordernd wahrgenommen zu werden.

        Was würde sich verändern, wenn du dich mit deinen Bedürfnissen zeigen würdest (ohne zu fordern oder Vorwürfe zu machen)?
        Ich glaube, es würde mehr Klarheit entstehen. Beziehungen würden ehrlicher, vielleicht auch unbequemer, aber echter. Ich müsste weniger Energie darauf verwenden, mich innerlich anzupassen, und könnte mich mehr entspannen, weil ich nicht ständig prüfe, ob ich noch „richtig“ bin.

        Wie würde eine authentische Partnerschaft für dich aussehen?
        Eine Partnerschaft, in der beide Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen. In der Bedürfnisse ausgesprochen werden dürfen, ohne dass sie sofort bewertet oder abgewehrt werden.

        Wo bist du gerade im Buch – und was hat dich besonders berührt?
        Ich habe das Buch durchgelesen.
        Besonders berührt hat mich die Erkenntnis, wie früh und selbstverständlich ich gelernt habe, Verbindung über Anpassung zu sichern und wie tief dieses Muster bis heute wirkt.

        Antworten
  3. Melanie Schilling

    Bei mir ist es die Angst vor Ablehnung. Ich kann einfach nicht gut die sachliche und persönliche Ebene trennen.
    Für mich ist es nach Jahrzehnten einfacher die liebe nette und brave zu spielen als ehrlich und offen zu einen und dann evt. Einen Konflikt anzuzetteln.
    Ich bin gut im aushalten geworden.
    Eigentlich wünsche ich mir aber ehrlich sprechen zu können und wünsche mir das tatsächlich auch von Partner und Freunden – das bringt Tiefe und Echtheit und das schafft Nähe und Verbindung.
    Ich versuche es immer mehr.

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Melanie, das kann ich gut verstehen… eine Strategie, die man lange gefahren ist, kann man halt auch gut und dadurch ist sie relativ einfach anzuwenden…
      Könntest du dir vorstellen, dir erstmal einen Freund/ eine Freundin herauszupicken, mit der es dir am Leichtesten erscheint und ihr genau das zu sagen, was du mir hier geschrieben hast? Was du gelernt hast, worin du gut geworden bist und was du dir eigentlich wünschst? Und sie zu fragen, wie sie das in ihrem Leben macht und ob sie dich bei so einem neuen Schritt irgendwie unterstützen könnte? Wäre das ein möglicher erster Schritt?

      Liebe Grüße
      INA

      Antworten
  4. Sabine

    Liebe Ina, danke für deine wertvolle Leserunde. Ich selbst, finde mich in vielen Dingen wieder. Ich beobachte, wenn ich in meiner Beziehungen freundlich und klar meine Bedürfnisse und was für mich nicht stimmig ist äußere, reagiert mein Partner oftmals beleidigt. Damit komme ich nicht so gut klar. Es verunsichert mich sehr und macht mich traurig. Sodass ich immer mehr schweige und mich zurück ziehe. Meine Familie, besonders mein Vater steht oft auf Seiten meines Partners, da er ja so nett ist u.v.m..
    Habe dein Buch noch nicht… aber werde es jetzt bestellen und lesen.
    Herzliche Norddeutsche Grüße
    Sabine Hoffmann

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Sabine, hast du deinen Partner schonmal gefragt, ob er überhaupt möchte, dass du ehrlich bist? Vielleicht möchte er ein ganz anderes Leben als du? Und wenn er JA sagt, wie wäre es, ihn zu fragen, auf welche Art und Weise du ehrlich sein könntest, die ihn nicht angreift? Du musst es dann ja nicht so machen, und vielleicht ist in seiner Antwort etwas Interessantes für dich dabei?

      Im Buch könnte das Kapitel mit den Angelegenheiten etwas für dich sein… 🙂 (Seite 71)

      Liebe Grüße
      INA

      Antworten
    • Chris

      Wo zeige ich mich in meinen Beziehungen noch nicht ganz?

      Ich habe eine Freundin und auch einen Freund mit denen ich gerne mal zusammen bin. Diese beiden neigen dazu ohne Punkt und Komma zu erzählen, sie holen weit aus und es kommen auch Themen zur Sprache, die mich nicht interessieren (und ich sage es dann nicht!).
      Und wenn ich mich am Gespräch beteilige, werde ich oftmals unterbrochen.
      Auch wenn ich gefragt werde, wie es mir denn gehe, so habe ich kaum begonnen von mir zu erzählen, so ist bei meinem gegenüber schon ein neues Thema dran…
      So bleibt nach den Begegnungen ein schales Gefühl, Enttäuschung und ein unbefriedigtes Gefühl!
      Ich habe keine gute Idee, wie ich damit am besten umgehe.

      Antworten
      • Chris

        Wenn ich mich mit meinen Bedürfnissen nach eigener Mitteilung und nach eigenen Themen zeigen würde, wäre ich bei mir, sehr mit mir zufrieden, zutiefst verbunden mit mir und meinem Gegenüber und könnte in einen Dialog treten (und verlasse die passive Rolle) und zur Gestalterin werden.

        Antworten
        • Ina Rudolph

          Das klingt für mich wunderbar…

          Antworten
      • Ina Rudolph

        Das verstehe ich sehr gut, ich hätte da sicher auch ein schales Gefühl nach solchen „Gesprächen“. Wie wäre es, wenn du dich ihnen erstmal grundsätzlich mitteilst, also, dass du bis jetzt immer viel zugehört hast und dein Redeanteil aus deiner Wahrnehmung sehr klein ist. Dann könntest du sie fragen, ob sie bereit wären, mal etwas anderes auszuprobieren. Das klingt nicht gleich so schwer und auch nicht anklagend. Eher spielerisch. Und dann könntet ihr gemeinsam ein Experiment aussuchen. (Z.B. wir haben zwei gemeinsame Stunden. Eine davon sprichst du und ich höre zu und eine davon spreche ich und du hörst zu)

        Kannst du dir soetwas in der Art vorstellen?

        Antworten
  5. Katrin

    LIebe Ina
    ich habe das große Glück seit 1991 mit meinem Partner in einer sehr ehrlichen Beziehung zu leben. Wir haben uns so gemeinsam auch weiterentwickelt und können über alles reden. Und gleichzeitig hatte ich in den lezten Jahren oft das Gefühl „Er hört mir nicht zu“. Die Work von dir belgeitet vor 2 Jahren hat da vieles verändert, denn ich habe Jahre lang mir selber nicht zugehört. Ja und seit dem übe ich mir zuzuhören und mich noch tiefer wahrzunehmen und ihm das dann mitzuteilen. Wieviel er sich selber zuhört, ist seine Angelegenheit, das habe ich auch gelernt 🙂
    Ja und da sind wir dann ja auch bei dem äußern meiner Bedürfnisse, ich konnte sie nicht äußern, weil ich sie nicht wahrgenommen habe und das gelingt mir immer besser und dann kann ich mich damit auch zeigen. Glück habe ich, dass ich in dieser Beziehung alles ausprobieren kann, mich zeigen kann, weil ich null Angst habe, verlassen zu werden. Das Fundament ist so stabil. Dafür bin ich sehr sehr dankbar.

    Schwerer fällt mir es komplett ehrlich zu sein, in der Beziehung zu meinen Töchtern. Da ist schon immer noch die Mama, die für alles da ist, obwohl sie erwachsen sind und keine Säuglinge mehr. Und da ist schon auch immer noch ein bisschen Angst vor Kontaktabbruch, sicher auch, weil ich zu meiner Ursprungsfamilie wenig Kontakt habe. Aber auch hier kann ich mit meinen Töchtern immer ehrlicher sein, und immer mehr spüren, was ich brauche und v.a. es mit ihnen immer besser kommunizieren und hören, wie es ihnen geht.

    Im Buch bin ich bei dem Kapitel „Ich weiss es nicht, ich vermute und interpretiere“ und ich habe begonnen Sketchnotes zu den einzelnen Themen zu machen, so hab ich es als Bild, der mir im Alltag als Anker dienen kann.

    DANKE DANKE DANKE und liebe Grüße Katrin

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Katrin, super, mit deinen Sketchnotes! Schick mir gern noch mehr davon, dann mache ich am Ende der Leserunde eine kleine Galerie… 🙂
      Ich finde es sehr wichtig, sich vor allem selbst zuzuhören und den Partner frei zu lassen. UND: es bleibt uns ja noch das Bitten. Wenn mit meinem Prinzen etwas mal wirklich wichtig ist, bitte ich ihn, oder frage ihn, ob er gerade aufmerksam zuhören kann. Ich sage ihm (in einer Minivorrede), dass das, was ich jetzt sagen will, mir wirklich wichtig ist und dass ich es nur sagen möchte, wenn ich seine ganze Aufmerksamkeit habe. Das kann ich natürlich nicht jeden Tag machen, und so eine Bitte fühlt sich für mich immer an wie ein Joker, den ich aus dem Ärmel ziehen kann.

      Hast du das schon probiert?
      Liebe Grüße, INA

      Antworten
      • Katrin

        Liebe Ina
        danke dir für den Joker, ja und wenn ich es wirklich parat habe, klappt es auch. Oft sage ich es hinter her, was er natürlich nicht leisten kann. Joker ist ein gutes Bild – es wird eine Sketchnote dazu geben.
        DANKE für den Impuls, liebe Grüße Katrin

        Antworten
  6. Solveig

    Ich finde die Aussage, dass ein Partner den anderen nur wirklich kennenlernen kann, wenn dieser sich authentisch zeigt, sehr wertvoll und richtungsweisend. Ich darf mich meinem Partner zeigen, mit meinen Selbstzweifeln, meinen Unsicherheiten, meinen spirituellen Interessen. Und ich bin mir dessen bewusst, dass auch mein Partner sich gesehen und angenommen fühlen darf. In seiner Verletzlichkeit hinter der starken Fassade, seiner Unsicherheit hinter colen Sprüchen. Da gibt es auch mal Lob für einen gelungenen Rülps und die Vertagung eines tiefgehenden Gespräches, wenn er einfach mal nur in Ruhe Zeitung lesen will. „Ich komme in Deine Welt und du in meine.“ Und im Museum oder der Galerie teilen wir dann beide die gemeinsamen Interessen. Wir lernen, uns im Streit entgegenzukommen und den anderen in seiner Perspektive zu sehen, weil uns unsere Beziehung das wert ist. Gelingt nicht immer, aber immer besser…

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Liebe Solveig, vielleicht kannst du dich auch noch authentischer zumuten, so wie er es macht mit einem Lob für seinen Rülps… hältst du noch etwas vergleichbares aus deiner Welt Welt zurück? Was du schreibst, klingt für mich fast so, als könnte es diesbezüglich eine Art Vorbild für dich sein…? In der Vollständigkeit und Direktheit mit der er sich zeigt?

      Welchen Teil von dir würdest du gern noch klarer und direkter zeigen?

      Liebe Grüße
      INA

      Antworten
      • Solveig

        Ja, liebe Ina, das hast Du genau richtig erkannt und auf den Punkt gebracht! Mein Partner ist für mich wirklich ein guter Lehrer in Sachen Unabhängigkeit und Selbstwertgefühl. Danke für die Inspiration und Erinnerung 🙂

        Antworten
  7. Dunja

    Liebe Ina,

    glücklicherweise kann ich mich in meinen Freundschaften zeigen, so wie ich bin. In der Familie fällt es mir an manchen Stellen noch etwas schwerer – hier greift immer wieder noch die alte Angst nicht mehr dazu zu gehören, verlassen zu werden, alleine auf mich gestellt zu sein – doch ich übe … unaufhaltsam 🙂

    Mich ganz zu zeigen fiel mir bislang am schwersten in meinen Paar-Beziehungen. Aus einer (alten) tiefen Überzeugung heraus nicht liebenswert zu sein (besonders stark im Bezug auf Männer), kam es irgendwann immer zu dem Punkt, an dem ich mich selbst aufgegeben habe. Eine sehr schmerzliche Erfahrung.
Besonders in meiner letzten Beziehung gab es keinen Platz für meine Emotionen und Bedürfnisse. Wenn ich mich getraut habe ehrlich zu sagen, wie ich mich fühle, was meine Bedürfnisse sind, wurde ich oft dafür „bestraft“ durch ignoriert oder gar angeschrien werden, was mich nicht gerade ermutigt hat, es auch weiterhin zu tun. 

Durch intensive Auseinandersetzung mit mir selbst, ist mir vieles bewusst geworden, was da auf beiden Seiten los war. Heute weiss ich auch, dass viele viele Jahre genau dieser Umgangston auch der war, wie ich mit mir selbst gesprochen habe. 

    Welche Wahrheit ich noch nicht ausspreche, um die Verbindung nicht zu gefährden? 
Wohl am ehesten wie ich mich fühle – insbesondere, wenn es um die vermeintlich „negativen“ Emotionen geht. Ich mich verletzt fühle, schwach, traurig, schwer … Ich will nicht anstrengend sein, nicht zur Last fallen. Auch möchte ich nicht, dass sich mein Gegenüber eventuell kritisiert oder gar schlecht fühlt wegen mir.
    
Wie würde eine authentische Partnerschaft für dich aussehen? 
Miteinander, Respekt, zuhören, gesehen werden, füreinander da sein, Wertschätzung, Wohlwollen, Verbundenheit, und die Sicherheit sich mit allem zeigen zu können, was gerade ist. Es wird offen kommuniziert, und Ehrlichkeit findet immer ihren Raum. Alle Emotionen dürfen da sein, und gemeinsames wachsen ist ein ganz natürlicher Teil der Beziehung.

    Im Buch bin ich inzwischen beim Kapiteln „was dahintersteckt“ angekommen. 

In all Deinen Kapiteln kann ich mich irgendwie wieder finden – in unterschiedlicher Intensität. Ganz besonders berühren mich zwei … Das Kapitel rund um den Glaubenssatz „ich brauche die Bestätigung durch andere“ und das Kapitel rund um den Glaubenssatz „die Intelligenz des Lebens ist gegen mich“.

    Einer meiner Lieblingssätze ist: „Je weniger Bestätigung ich brauche, umso mehr bekomme ich. Ich bin frei, klar, authentisch.“ Das ist so fühlbar kraftvoll – dafür gehe ich! 🙂

    Herzlichst, 
Dunja


    Antworten
  8. Karen Ketelsen

    Hallo Ina,
    ich halte auch vieles zurück, ich finde es schwierig, was genau mein Bedürfnis ist und wenn ich dieses mitteile, wird es dich als Forderung aufgefasst. Zum Beispiel ich möchte,dass der Fernseher weniger läuft. aber da empfindet es mein Partner als Forderung an ihn, den Fernseher nicht immer gleich anzumachen, was er “ braucht“ um abzuschalten. Oder mein Bedürfnis in den Arm genommen zu werden, aber sein 2-3 Tagebart kratzt extrem… Forderung wäre ja eine Rasur ( er trägt ihn nicht absichtlich, sondern hat nur keine Lust immer zu rasieren, früher war er täglich rasiert).
    ich bin im Buch bereits im letzten Drittel und liebe die verschiedenen Ansätze und anderen Herangehnsweisen.
    herzliche Grüße
    Karen

    Antworten
  9. Suanne Kerl

    Liebe Ina, liebe Mitlesende,

    die offenen Kommentare in dieser Runde ergänzen das Buch für mich perfekt, danke an alle dafür.

    Mit meinem Prinzen bin ich im Herbst seit 45 Jahren zusammen und dann genau seit 35 Jahren verheiratet. Die typische Schülerliebe. Klar, dass es auf der Langstrecke immer wieder Klärungsbedarf und Konflikte gab und gibt. Wenn es um Sachfragen geht, schlage ich inzwischen eine Basarstrategie vor: Wir handeln Kompromisse aus und schreiben sie auf, der Zettel hängt am Kühlschrank. Jeder weiß so, woran er ist.

    Ganz wichtig hinsichtlich meiner Ehe finde ich das Kapitel „Wann lohnt es sich, mit sich selbst und anderen ehrlich zu sein?“ Oft lohnt es sich für mich nicht, denn es dreht sich bei genauerer Betrachtung meistens um Nichtigkeiten. Ist einer von uns beiden mit einem Anliegen überfordert, bitten wir um Bedenkzeit und um einen Themenwechsel bis zum Besprechen.

    Wenn ich mich in unserer Beziehung zurücknehme, dann meistens bewusst. Habe ich echte Anliegen, ist The Work zu verdanken, dass ich dazu gedankliche Vorarbeit geleistet habe und somit die Schärfe raus ist aus meinem Kopf. Ich darf meinen Eigenanteil erkennen und enttarne meine doppelte Moral durch die Umkehrungen – das löst vieles in Luft auf und muss gar nicht mehr vorgetragen werden.

    Drängende Wahrheiten, die ich zurückhalte, habe ich meinem Liebsten gegenüber keine mehr. Das war ein langer Lernprozess, den Erfolg verdanke ich The Work. Ich benenne Ängste offen, um ihm ein bestimmtes (Meide-)Verhalten zu erklären, ihm gegenüber habe ich keine Angst, die mir bewusst wäre.

    Für mich ist unsere Partnerschaft inzwischen sehr authentisch, weil jeder gut bei sich selbst ist. Ich brauche vorrangig mich und er braucht sich. Wir lieben uns aber sehr, wir haben uns nur nicht klettig nötig. Wir sprechen viel miteinander, schreiben uns Nachrichten und erzählen uns jeden Nachmittag beim Tee, wie unser Tag war. Das empfinde ich als sehr innig und aufmerksam. Im Grunde sind auch das schöne Berührungen.

    Ich betone oft, auch darin fand ich mich in deinem Buch wieder, was mich am Verhalten meines Mannes gefreut hat oder mache ihm kleine Komplimente, das fand ich unter „Nicht nur mit Belastendem ehrlich sein“ wieder. Fehlt mir sowas von ihm, frage ich freundlich nach und sage ihm, warum ich ein Lob gerade gut vertragen könnte. Bekomme ich es nicht, lobe ich mich laut selber. Und ich merke meistens schon im Aussprechen: Ein nettes Eigenlob reicht mir eigentlich völlig aus. Schließlich kommt es vom wichtigsten Menschen in meinem Leben – von mir selbst! 🙂

    Noch eine Anekdote: Ich weiß nicht mehr, in welchem Kapitel du manchen Dingen ein Eigenleben gegeben hast, als hätten sie eine Persönlichkeit. Lustigerweise fingen beim Lesen dieser Stelle und beim Nachdenken darüber die roten Illustrationen über jedem Kapitel an zu leben und stellten plötzlich etwas ganz anderes für mich dar: Auf Seite 168 war kein Gehirn mehr zu sehen, sondern ein Kopf Brokkoli; auf Seite 154 erblickte ich nicht mehr zwei Personen, von denen die rechte weinte oder schwitzte wie ein Stier, sondern zwei Hunde, der rechte hatte gebadet und schüttelte sich. Auf Seite 123 guckte ich nicht mehr auf ein Pflaster auf einem Kopf, sondern auf einen Satelliten mit Kabelsalat. Köstlich!

    In Sachen Gestaltung finde ich die Idee eines roten (Woll-)fadens, der bis ans Ende der Einleitung rollt, ganz wunderschön. Großes Lob an die Grafik!

    Zu deiner letzten Frage: Das Buch habe ich gestern durchgelesen. Super nützlich finde ich die Anleitung zum Selbermachen. Berührt hat mich jede Seite, aber im zweiten Teil des Buches ganz besonders deine ehrlichen Berichte über Hasskommentare zu deinen politischen Statements in Social Media, über deine Ängste beim Gesangsstudium und über die oft harte Arbeit als Schauspielerin. Puh. Danke für all das Unverstellte.

    Liebe Grüße aus NRW.
    Susanne

    Antworten
    • Ina Rudolph

      Danke, liebe Susanne und ich freue mich zu lesen, dass du mit deinem Prinzen soetwas Schönes gebaut hast! Ich danke dir auch für das Lob an die Grafik, ich gebe das weiter!

      Mit dem UNVERSTELLT sein habe ich mir selbst einen großen Wunsch erfüllt, mich um mein Bedürfnis gekümmert. Es ist einerseits angenehm, mich nicht zu verstellen und andererseits komme ich dadurch auch sehr leicht in einen nährenden Kontakt zu anderen Menschen, der nicht nur an der Oberfläche bleibt, sondern sich lebendig anfühlt! 🙂

      Antworten
  10. Doris

    Liebe Ina

    Authentizität in der Partnerschaft ist für mich leider aktuell gerade ein Fremdwort.
    Die Situation bei meiner langjährigen Partnerschaft ist aktuell so, wie Du im Blogartikel beschreibst «je länger wir warten, desto grösser ist der innere Abstand». Unsere Partnerschaft ist aktuell eher eine Zweckgemeinschaft. Die beiden Kinder (25, 23) wohnen noch bei uns zu Hause, aber natürlich sehr selbständig. Früher gab es viel zu Organisieren/Diskutieren bezüglich den Kindern. Ich habe dabei quasi mein „heimliches Leben“ geführt, mit meinen spirituellen Interessen. Heute habe ich manchmal das Gefühl, dass „Welten“ zwischen uns sind.

    Interessant ist:
    Ich zeige mit am Ehrlichsten mit Menschen, die mir gar nicht so nahe stehen. Ich habe allgemein Mühe meine Gedanken ehrlich zu teilen.

    Eine authentische Partnerschaft wäre für mich, wenn man alle Gedanken miteinander teilen könnte, ohne Angst vor Reaktionen oder Folgen oder dass das Gegenüber z.B. nachtragend oder verletzt ist.

    Aktuell bin ich im Buch beim Kapital „Mit Berührungen ehrlich sein“ (Seite 107)

    Das Kapital «Die drei Angelegenheiten» hat mich bis jetzt am meisten berührt, vorallem der Satz «Bei mir ist niemand zu Hause».

    Liebe Grüsse

    Doris

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    • Ina Rudolph

      Ich verstehe, nach soo langer Zeit des nicht wirklich offen miteinander seins, fällt es besonders schwer, den Anfang zu machen, oder? Kannst du dir vorstellen, zu Beginn mit etwas ganz freundlichem um die Ecke zu kommen. So etwas wie: Ich hätte gern wieder mehr Kontakt zu dir, ich habe dich immer noch lieb und habe aber das Gefühl, das wir gerade nicht so eng sind…. merkst du das auch? Wie ist das denn für dich… “ etc.

      Wäre das eine Möglichkeit für dich?

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      • Doris

        Danke für Deinen Impuls. Ja, ich denke kleine Schritte, ein kleines Öffnen fühlt sich gut und machbar an :-). Werde es gerne mal probieren!

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  11. Julia

    Mir gefällt in Deinem Buch sehr die Beschreibung Deiner Partnerschaft. Vor allem mag ich die Formulierungen, mit denen Du Deine Bedürfnisse klar stellst und erklärst, was Du eigentlich möchtest.

    Ich zeige mich in meinen Beziehungen nicht, wo ich anderen sagen müsste, was für mich nicht funktioniert. Mein gelerntes Muster stellt das Bedürfnis nach Verbindung über die Authentizität. Ich spreche nicht aus, was ich über den anderen oder die Situation denke, welche Gefühle das in mir auslöst und welche Bedürfnisse nicht erfüllt sind. Und konsequenterweise ist mein Handeln dann auch nicht authentisch.

    Wenn ich mich mit meinen Bedürfnissen zeigen würde, dann würde sich mein Kontakt zum Leben verändern. Ich wäre in der von Dir beschriebenen Fülle, ich könnte wahrnehmen, was ist. Und ich glaube für mich steht noch davor die Sicherheit zu haben, dass ich alleine sein kann. Dass ich es gelassen drauf ankommen lassen kann, ob das Gegenüber aus der Verbindung geht oder nicht. Noch ist der „Geliebte-Kind-Modus“ aktiv, noch das Überlebensprogramm.
    Meine Vorstellung einer authentischen Partnerschaft: in einer authentischen Partnerschaft braucht keiner den anderen. In einer authentischen Partnerschaft bereichert man sich gegenseitig. Jeder steht für sich allein, ruht in sich selbst – und zusammen ist man ein „Mehr“. Wie die Schokoflocke auf der Sahne auf dem Kuchen.

    Antworten
    • Ute

      In meiner Partnerschaft spreche ich manche Themen nur zögerlich an, wenn ich eine andere Meinung oder Ablehnung von meinem Partner annehme oder auch nur vermute. Je mehr ich aber davon überzeugt bin, dass ich ein Bedürfnis unbedingt genau so erfüllt haben möchte, umso weniger will ich das mit meinem Partner diskutieren. Denn dann könnte es unbequem werden oder zu einem Kompromiss führen, dem ich nur halbherzig zustimme. Ein altes Muster, das sich immer mal wieder zeigt.

      Antworten
    • Ina Rudolph

      Danke für die genaue Schilderung! Deswegen habe ich auch ein ganzes Kapitel geschrieben, wie ich nicht nur mit den kritischen Dingen ehrlich bin, sondern auch mit allem Wunderbaren, Leichten, Fluffigen usw. Darüber stelle ich auch Verbindung her. Mir fällt es wesentlich leichter, mir dann auch zu erlauben, mal etwas anzumerken, was für mich nicht so gut funktioniert. Hast du das schon probiert?

      Antworten
      • Ute

        Ich denke, dass ich schon viel positives äußere. Aber in der Fülle, wie du es in deinem Urlaubsbeispiel beschreibst, habe ich es bisher noch nicht gemacht. Das wäre einen Versuch wert, denn das kann niemand überhören. Danke, das probiere ich aus!

        Antworten
  12. Silke

    Liebe Ina,
    liebe ehrliche Menschen,

    Hier ist so viel Ehrlichkeit und Liebe zu spüren. Das fühlt sich sehr schön an für mich.
    Ich möchte ein Lied mit euch teilen, was ich gerade gehört habe.

    https://youtu.be/2WQs27WuMCg?si=Pv8YPsAacLnCxaUi

    Ich mag den Text sehr 😊

    Ich wünsche euch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße, Silke

    Antworten
    • S.

      Vielen Dank, liebe Silke für dieses Lied. „Nicht alles muss Sinn machen um wahr zu sein.“ Was für ein hilfreicher Satz.

      Fühl dich umarmt (wenn du möchtest). Hab einen schönen Tag.
      Sabrina

      Antworten
  13. Ani

    Liebe Ina, liebe Leserunde,

    auch ich finde mich im Buch an vielen stellen mit meinen Ängsten und Bedenken zum Thema Partnerschaft wieder und es tut mir unheimlich gut festzustellen, dass ich damit nicht allein bin. Danke!
    Im Buch mag ich besonders auch die Kapitel, in denen es um gemeinsames Schweigen (und Musik hören) und Berührungen geht. Ich möchte das gern auch ausprobieren, danke für diese Anregungen.

    Ich bin geschieden und habe mich in den letzten Jahren meiner Ehe nur noch angepasst und nichts mehr ehrlich kommuniziert. Ich hatte wirklich gehofft, dadurch die Beziehung noch „retten“ zu können. Leider habe ich mich und den Zugang zu meinen Bedürfnisse dadurch ziemlich verloren. Durch das Verarbeiten der Trennung habe ich erkannt, wie wichtig es ist, ehrlich im Austausch zu bleiben. Das habe ich dann in einer neuen Beziehung auch probiert. Es fällt mir nicht mehr so schwer ehrlich und authentisch zu sein, wenn ich meine Bedürfnisse oder Gedanken für mich selbst klar habe. Wenn ich aber selber nur spüre, dass etwas für mich nicht passt, etwas „meinen Fluss stört“, wie Du Ina so treffend schreibst, ich aber (noch) nicht weiß, was der Auslöser ist oder welches Bedürfnis dahinter steht, dann fällt es mir unheimlich schwer, damit ehrlich zu sein. Hast Du dazu eine Idee, Ina? ist es besser erst zu warten und für mich zu einer Klärung zu kommen? Ich fühle mich damit aber nicht immer authentisch. Und anzusprechen, dass etwas für mich nicht passt, ich es aber noch nicht konkretisieren kann, führt bei meinem Partner dazu, dass er Unsicherheit verspürt und dadurch sehr viel Druck auf mich ausübt. Ich bin unsicher, wie ich das lösen kann, ohne mich zu verstellen oder an der Partnerschaft zu zweifeln.

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